Das Ausbildungsjahr 2007 brachte mit 5683 neu eingetragenen Ausbildungsverhältnissen und einem Plus von über 11 Prozent für die IHK Kassel ein Rekordergebnis. „Beileibe kein Grund“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Walter Lohmeier, „jetzt die Ausbildungsbemühungen einen Gang runter zu schalten“. Im Gegenteil: Die IHK-Organisation habe sich bundesweit darauf verständigt, das IHK-Jahresthema 2008 unter das Motto „Wirtschaft bildet - Unsere Zukunft“ zu stellen. „Wir wollen damit deutlich machen“, so IHK-Chef Lohmeier, „dass die Bildung unsere zentrale Zukunftsinvestition ist. Nur über erstklassige Qualifikationen der Mitarbeiter(innen) werden wir längerfristig die Erfolge auf den globalen Märkten haben, auf die wir heute zu Recht stolz sind. In allen Bereichen der Bildung bedarf es dazu auch neuer Anstöße, eben Innovationen, die wir im Rahmen unseres Jahresschwerpunktthemas aufzeigen werden“.
Für IHK-Ausbildungschef Jürgen Peters kommt ein weiterer Aspekt hinzu: „Der demographische Wandel wird den Wettbewerb um die besten und engagiertesten Auszubildenden ebenso verschärfen wie den um den akademischen Führungsnachwuchs.“
Signal an die Wirtschaft
Die IHK-Verantwortlichen verstehen ihr Jahresthema mit der Vielzahl von Veranstaltungen und Terminen gewissermaßen als öffentlichkeitswirksames Signal an die nordhessische Wirtschaft, sich frühzeitig auf die zukünftigen Herausforderungen einzustellen. Dass dies in weiten Teilen der Region bereits gegriffen habe, so Lohmeier, zeige das blendende Ergebnis des Ausbildungspaktes des vergangenen Jahres: „Es wird in Zukunft darum gehen müssen, das Potenzial der ausbildungsfähigen und -willigen Unternehmen auszuschöpfen. Dabei wollen wir natürlich als Berater und Unterstützer unsere aktive Rolle spielen.“ Für Jürgen Peters ist daneben die oftmals beklagte unzureichende Ausbildungsreife vieler Bewerber ein weiteres wichtiges Thema, an dem es anzusetzen gilt: „Leistungsbereitschaft und Leistungsorientierung sind zum Beispiel wesentliche Elemente der Vorbereitung auf das Berufsleben für Jugendliche, bei denen wir noch Nachholbedarf sehen“, konstatiert Peters. „Allerdings stimmen uns nicht zuletzt die Ergebnisse der bundesweiten Bestenehrung vom November letzten Jahres außerordentlich optimistisch, dass sich der Trend wieder wandelt“, gibt sich Peters optimistisch, der dazu mit allen relevanten Entscheidern Gespräche führen will und in Veranstaltungen wie Podiumsdiskussionen auf diese Problematik aufmerksam machen will. „Das Wissen über Wirtschaft und was dort passiert muss optimiert und den tatsächlichen Anforderungen angeglichen werden“, sind sich Lohmeier und Peters in der Zielsetzung einig.
Kooperation mit Wirtschaftsjunioren
Die IHK als erste Adresse in allen Fragen der Aus- und Weiterbildung will diese Herkulesaufgabe nicht allein in Angriff nehmen. Mit Partnern wie etwa den Wirtschaftsjunioren Kassel will man alle kommunikativen und institutionellen Wege nutzen, um sich Gehör zu verschaffen. So werden die Wirtschaftsjunioren in diesem Jahr wieder das Projekt 5+5 durchführen, das von ihnen als so etwas wie eine Schnupperreise in die Arbeitswelt umschrieben wird. Frauke Syring und Sebastian Plath erläutern das Konzept s „Mit zwölf Schülern und Schülerinnen der Kästner-Schule in Baunatal werden wir wieder ein zusätzliches, freiwilliges Praktikum organisieren, das maßgeschneidert für die Schüler sein soll.“ In der Hauptsache sind Hauptschüler die gesuchte Zielgruppe: „Paten stehen bereit, die Schüler intensiv zu betreuen und zu beraten, damit die Zeit ein Erfolg wird und der gewünschte Ausbildungsplatz in greifbare Nähe rückt,“ so Syring, die in den vergangenen Jahren bereits Erfahrungen mit den Kasseler Schulen Heinrich-Schütz, Eichendorff und Georg-August-Zinn gemacht hat.
„Nichts unversucht lassen!“
IHK und Wirtschaftsjunioren wollen durch Kooperationen wie diese ihre Absicht unterstreichen, nichts unversucht zu lassen, um das Thema Bildung in alle gesellschaftlich wichtigen Kreise zu transportieren: „Dafür engagieren wir uns in einem exorbitant hohem Maß,“ so Jürgen Peters, „Wir wollen uns nicht in wortreichen Ankündigungen ergehen, sondern in den nächsten Jahren konkrete Erfolge für unsere Mitgliedsunternehmen und die jungen Menschen in der Region erreichen.“