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Breitband-Internet

Was ist Breitband-Technologie?

Ein Breitband-Internetzugang ist eine Zugangsleitung zum Internet mit verhältnismäßig hoher Datenübertragungsrate von einem Vielfachen der Geschwindigkeit älterer Zugangstechniken wie der Modemeinwahl oder ISDN, die im Unterschied als Schmalbandtechniken bezeichnet werden.
Es existiert keine eindeutige Definition, ab wann eine breitbandige Verbindung beginnt – der Begriff wird (besonders im Marketing der Telekommunikationsindustrie) relativ häufig verwendet. Die Internationale Fernmeldeunion (ITU) definiert einen Dienst oder ein System als breitbandig, wenn die Datenübertragungsrate über 2048 kbit/s hinausgeht. Das Breitbandportal des Wirtschaftsministeriums definiert einen Breitbandzugang, wenn als Downloadrate mindestens 128 kbit/s vorliegen.

Warum Breitband-Internet?

Breitband-Internet ermöglicht eine Vielzahl von neuen Anwendungen, sowohl für Unternehmen als auch Privatleute. Die größeren Bandbreiten und damit höheren Übertragungsgeschwindigkeiten bewirken eine höhere Qualität der Inhalte und mehr Flexibilität für den Anwender.
Stichwort: Web 2.0 und die neuen Möglichkeiten des Internets – Podcast, Weblogs,social net-works etc. Die Kommunikation gehört jedoch zu den Kernanwendungen des Internets. Breitband-Technologie ermöglicht neue Formen des Austausches großer Datenmengen – z. B. für Bild- und Musikdateien.

So ermöglicht Breitband-Internet eine neue Qualität der Kommunikation und ist die Grundlage der Internettelefonie (Voice over IP = VoIP) incl. Anwendungen wie Skype.
Immer mehr mittelständische Unternehmen setzen auf diese leistungsfähigen Kommunikationstechnologien, die Sprach- und Datenübertragung miteinander verbinden. Dadurch gewinnen Betriebe an Effizienz und Flexibilität: Die Anwendungen sind unternehmensweit an jedem Endgerät abrufbar und die Kosten für Telefonie und IT-Administration sinken. Voraussetzung dafür sind hohe Bandbreiten für die Datenübertragung und eine homogene IT-Infrastruktur. Dies kann jedoch nur gewährleistet werden, wenn die Unternehmen auch im ländlichen Raum die Zugangsmöglichkeit zum Breitbandinternetanschluss haben. Nur durch die Teilnahme an der immer weiter schreitenden Kommunikationstechnologie können diese Unternehmen auch langfristig ihren Standort auf dem Land beibehalten und somit zur Sicherung bestehender Arbeitsplätze vor Ort beitragen.

Breitband-Internet ist nicht nur für Unternehmen wichtig, sondern für eine gesamte Region, um wirtschaftlich mit anderen Regionen Schritt halten zu können. Breitband-Verfügbarkeit ist zunehmend ein Kriterium für die Standortwahl von Unternehmen und Privatpersonen oder anders gesagt: Fehlende Netzabdeckung ist ein Standort- und Wettbewerbsnachteil. Demographischer Wandeln mit Fachkräftemangel und Breitbandunter-versorgung im ländlichen Raum können zu einem Teufelskreis werden.

Manche ländliche Räume sind bisher nicht mit Breitband-Internetzugängen versorgt

Gründe:

  • Mangelnde Rentabilität für die Anbieter, ländliche Gebiete anzuschließen
  • Bei Kupferkabel sind häufig die Entfernungen von der Vermittlungsstelle bis zum Nutzer zu groß
  • Ein Auffrischen des DSL-Signals (bei größeren Entfernungen) ist nicht möglich
  • Zu wenig mögliche Endkunden für Breitbandversorgung im ländlichen Raum

Die Breitband-Internetversorgung im ländlichen Raum weist daher nach wie vor erhebliche Lücken auf. Dies hängt  zum einen mit dem fehlenden Rechtsanspruch auf Versorgung und zum anderen mit den sich nicht amortisierenden Investitionen der DSL-Anbieter zusammen. Zwar hat das durch die zurückliegende Wirtschaftskrise ausgelöste Konjunkturprogramm Investitionsmöglichkeiten geschaffen, die auch genutzt werden. Jedoch werden diese nicht flächendeckend umgesetzt und es bleibt fraglich, wie lange die Investitionen mit den schnell wachsenden Anforderungen nach einer Breitbandversorgung stand halten können.  Nicht nur für die Unternehmen ist der Zugang zum Breitband-Internet wichtiger Standortfaktor oder anders gesagt, der fehlende Zugang ein Standortnachteil. Auch für die Bürger der betroffenen Orte stellt die Breitband-Internetanbindung eine Steigerung der Lebensqualität dar. Letztlich steigert die Breitband-Anbindung die Attraktivität der Gemeinde, des Ortsteils und jeder einzelnen Immobilie, wie Untersuchungen zeigen.

Alternativen zum leitungsgebunden Breitbandanschluss

Bürgernetz

Zwei Anbieter haben bereits in mehreren Gemeinden auch in Nordhessen so genannte „Bürgernetzwerke“ installiert. Bürgernetzwerk heißt, dass bei genügender Anzahl von Endabnehmern (mind. 25), egal ob gewerblich oder privat, ein auf Richtfunktechnik basierendes Funknetz installiert wird. Das Bürgernetz-System bietet besonders in ländlichen Gegenden eine Alternative zu herkömmlichen Internet-DSL-Zugängen. Dort, wo kabelgebundene Verfahren nicht angeboten werden, versorgt das Bürgernetz auch kleinere Orte über drahtlose Funkverbindungen.

Die Technik: Vom nächsten Ort mit DSL-Verfügbarkeit werden die Daten per Richtfunk zum Zielort übertragen. Dort angekommen, werden sie über einen zentralen Verteilpunkt an die Teilnehmer verteilt. Die Geschwindigkeit des Bürgernetzes ist mit herkömmlichen DSL-Anschlüsse vergleichbar. Die Technik ist dabei klein, unauffällig und umweltfreundlich. Außerdem werden durch die drahtlose Technologie teure Erdarbeiten vermieden. Voraussetzung für eine Funkverbindung ist eine freie Sichtverbindung zwischen Sender und Empfangsstation, dann können normalerweise Entfernungen von bis zu 4 km Luftlinie überbrückt werden.

Auch der Datenschutz kommt nicht zu kurz: Mittels der im Bürgernetz verwendeten VPN-Verschlüsselungstechnik gelangen die Daten geschützt ins Internet. Niedrigste Sendeleistungen garantieren den Schutz der Umwelt.

Hessische IHKs für effizientere Nutzung von Funkfrequenzen – Schließung der Lücke unterversorgter ländlicher Räume mit breitbandigen Datendiensten

EU-weit soll die Rundfunkübertragung bis 2012 von analoger auf digitale Technik umgestellt werden. Hierbei werden in erheblichem Maße Funkfrequenzen im UHF-Band frei. Dieser Frequenzgewinn wird als sog. digitale Dividende bezeichnet. Die EU-Kommission hat Ende 2007 ein Konzept für die aus volkswirtschaftlicher Sicht optimale Nutzung der frei werdenden Frequenzen vorgelegt. Sie will durch die Erschließung der digitalen Dividende die "digitale Kluft" schließen, die durch die Unterversorgung ländlicher Räume mit breitbandigen Datendiensten wie UMTS, DSL oder V-DSL entstanden ist.
Mit der Nutzung der Frequenzbänder wäre es möglich, weiße Flecken bei der Breitbandversorgung in ländlichen Gebieten zeitnah zu schließen – und das mit erheblich geringeren Kosten für den Infrastrukturausbau als bei herkömmlichen Mobilfunktechnologien. Denn die bisher in Deutschland für Breitbanddienste verfügbaren Frequenzen erlaubten nur vergleichsweise kleine Funkzellen. Die Funkzellen für eine Versorgung über UHF-Frequenzen könnten dagegen ungleich größer ausfallen. So sind schätzungsweise für ein Funknetz auf einer Frequenz im UHF-Band nur ein Viertel der Basisstationen nötig, die zum Beispiel für ein UMTS-Netz nötig wären.

In einem Brief an den hessischen Ministerpräsidenten und den hessischen Wirtschaftsminister, fordern die hessischen IHKs die Landesregierung auf, ungenutzte Rundfunkfrequenzen freizugeben. Darüber hinaus ergeht die Bitte, dass die Länder auf eine Harmonisierung auf europäischer Ebene – zumindest in den Bereichen der Vergabe- und Auswahlverfahren sowie technischer Aspekte – zu unterstützen und somit eine effizientere Frequenznutzung zu ermöglichen.

Breitband-Internet via Satellit mit Rückkanal

Das Satelliten 2-Wege-System funktioniert folgendermaßen: Der Anwender fragt an seinem Computer im Webbrowser Daten aus dem Internet ab.

Diese Anfrage wird nun im Router individuell verschlüsselt, von der Satellitenanlage an den Satelliten gesendet und von dort an die terrestrische Empfangsstation übertragen. Diese sammelt via Proxyserver die angefragten Daten aus dem Internet und sendet sie, wiederum individuell verschlüsselt, an denselben Satelliten, welcher sie zurück an den Anwender reflektiert. Der Router entschlüsselt die Daten und leitet sie direkt an den Anwender bzw. den Webbrowser weiter. Der Versand und Empfang von Emails, Daten, etc. verläuft auf gleichem Wege. Somit ist die umständliche zusätzliche Verbindung über die Telefonleitung (wie beim 1-Wege-System) überflüssig.

Breitband via LTE

Die Nachfolgetechnologie zu UMTS wird zurzeit installiert, das sog LTE (Long Term Evolutuion). Diese Technologie lässt hohe Datenübertragungsraten zu. Da vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist, vor lukrativen Investitionen in Ballungsräumen zunächst für eine gewisse Flächendeckung im ländlichen Raum zu sorgen, könnten sich hier neue Perspektiven entwickeln. Da eine große Bandbreite jedoch nur mit einer entsprechenden Anzahl von Funkstationen gewährleistet werden kann, bleibt abzuwarten, wie die Entwicklung von LTE im ländlichen Raum verläuft.   

Unser Service

Wir stellen für Sie den Kontakt zu einem Anbieter und zu den politischen Verantwortlichen vor Ort her. Wir informieren Sie gerne persönlich über die Alternative zur erdegebundenen DSL-Leitung und unterstützen Sie bei der Bekanntmachung der Technik in Ihrem Ort/Gemeinde.

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