Wie wird Ihr Unternehmen Ausbildungsbetrieb? -Die wichtigsten Schritte im Überblick-

Welchen Personalbedarf hat Ihr Unternehmen in der Zukunft?
Und in welchen Funktionsbereichen fällt der Bedarf an?

Durch Berufsausbildung kann sich jedes Unternehmen den eigenen Mitarbeiternachwuchs sichern. Bei den Überlegungen zum künftigen Personalbedarf sind vor allem die geplante wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens und mögliche Mitarbeiterwechsel zu berücksichtigen.

Welcher Ausbildungsberuf ist der richtige?

Ausbilden können Sie in anerkannten Ausbildungsberufen des Dualen Systems. Es gibt etwa 120 aktuelle Berufsbilder für Industrie, Handel und Dienstleistungen. Sie decken die meisten der benötigten Qualifikationsbedarfe ab. Außerdem werden die Ausbildungsordnungen ständig aktualisiert bzw. völlig neue Berufe entwickelt, wenn ein entsprechender Bedarf für die Wirtschaft erkennbar wird. In den Ausbildungsordnungen sind die Ausbildungsinhalte jedes Berufes als Mindestanforderungen formuliert. Darüber hinaus dürfen zusätzliche Inhalte vermittelt werden. Die Bildungsberater der IHK beraten Sie über den/die passenden Ausbildungsberuf(e).

Ist Ihr Betrieb als Ausbildungsstätte geeignet?

Ein Betrieb ist als Ausbildungsstätte geeignet, wenn die in der Ausbildungsordnung eines Berufes beschriebenen Kenntnisse und Fertigkeiten in der Betriebspraxis vermittelt werden können. Dies muss durch Art und Umfang z. B. der Produktion, des Sortiments oder der Dienstleistung gewährleistet sein. Darüber hinaus muss auch die erforderliche Grundausstattung z. B. an Werkzeugen, Maschinen, Apparaten, Geräten, Bürotechnik etc. vorhanden sein. Selbst wenn Sie der Auffassung sind, dass nicht alle Ausbildungsinhalte eines Berufes in Ihrem Betrieb vermittelt werden können, sollten Sie die individuelle Beratung des IHK-Bildungsberaters vor Ort in Anspruch nehmen. Denn auch hier gibt es Lösungen wie z. B. die Auslagerung von Ausbildungsinhalten.

Haben Sie geeignete Ausbilder/-innen im Unternehmen?

Im Unternehmen muss jemand für die Berufsausbildung verantwortlich zeichnen, der persönlich und fachlich geeignet ist. Die persönliche Eignung setzt voraus, dass keine Gründe vorliegen, die gegen die Beschäftigung von Jugendlichen sprechen. Ferner ist persönlich nicht geeignet, dem das Einstellen von Auszubildenden untersagt wurde.

Fachlich geeignet ist, wer selbst über die erforderlichen beruflichen Fertigkeiten und Kenntnisse verfügt (i.d.R. entsprechender Berufsabschluss oder einschlägiges Hochschulstudium mit entsprechender Berufspraxis) und außerdem berufs- und arbeitspädagogische Kenntnisse nachweisen kann. Letzteres wird durch das Ablegen der Ausbildereignungsprüfung erfüllt. Aber auch hier gilt: Lassen Sie sich durch Ihren zuständigen IHK-Ausbildungsberater individuell und vor Ort beraten, weil die Beurteilung über das Vorliegen der fachlichen Eignung einschließlich der Ausbilderbefähigung zweifelsfrei nur bezogen auf den Einzelfall erfolgen kann.

Die Suche nach geeigneten Auszubildenden

Häufig wählen Betriebe den Weg eines Zeitungsinserates, um einen Auszubildenden zu finden. Immer mehr Unternehmen veröffentlichen ihre Angebote auch auf den eigenen Internet-Seiten. Viele Jugendliche nutzen diesen Weg der Ausbildungsplatzsuche inzwischen wie selbstverständlich. Wichtig ist in jedem Fall, dass das Angebot Angaben enthält über den Ausbildungsberuf, den Namen und eine kurze Beschreibung des Unternehmens, Name und Telefonnummer des Ansprechpartners, Zeitpunkt des Ausbildungsbeginns und die gewünschte Form der Bewerbung.

Häufig bietet der Kontakt zu den Schulen in der Umgebung eine gute Möglichkeit, Schulabgänger auf das Unternehmen und sein Ausbildungsplatzangebot aufmerksam zu machen. Dies gilt vor allem für weniger bekannte und weniger nachgefragte Berufe. Insbesondere sind Schülerpraktika im Unternehmen ein sinnvolles Instrument. Voraussetzung für diese Art der Rekrutierung von Auszubildenden sollte allerdings ein enger persönlicher Kontakt zur Schulleitung und den in Frage kommenden Lehrern sein.

Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung gehören zu den gesetzlichen Aufgaben des Arbeitsamtes. Die Berufsberater des Arbeitsamtes haben in der Regel zwei Jahre vor Schulabschluss Kontakt zu allen Schülerinnen und Schülern. In Veranstaltungen, Einzelberatungen und im Berufsinformationszentrum informiert das Arbeitsamt Jugendliche über Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten. Unternehmen, die dem Arbeitsamt einen Vermittlungsauftrag geben, können erwarten, dass die Berufsberatung eine Vorauswahl von Bewerbern trifft, die den Bedürfnissen und Anforderungen des auftraggebenden Unternehmens entspricht.

Oft ergreifen Jugendliche selbst die Initiative: Sie rufen an oder sprechen vor, um sich nach einem Ausbildungsplatz zu erkundigen. Eine solche Bewerbung lässt Eigeninitiative, Bemühen und Selbständigkeit erkennen. Dies sind Eigenschaften, die für eine erfolgreiche Ausbildung wichtig sind. Wer eine solche Nachfrage aufgreifen will, sollte sich Bewerbungsunterlagen zuschicken lassen und ggf. zu einem Bewerbungsgespräch einladen.

Die genannten Informationen sollen Ihnen lediglich einen ersten Überblick verschaffen. Wenn Sie sich für eine Berufsausbildung in Ihrem Betrieb interessieren, sollten Sie in jedem Fall Kontakt zur IHK Bildungsberatung aufnehmen. Sie können dann mit Ihrem/Ihrer zuständigen Bildungsberater/Bildungsberaterin einen Termin vereinbaren. Der/die Berater/Beraterin kommt direkt zu Ihnen in den Betrieb und bringt zu dem Gespräch alle notwendigen Unterlagen und Informationen mit.
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