Nr. 4858822
Bundesprogramm

Ausbildungsprämie 2020


Am 29. Juli 2020 haben Bundesbildungsministerin Karliczek und Bundesarbeitsminister Heil die Förderrichtlinie für das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ unterzeichnet (s. Anlage). Die Veröffentlichung im Bundesanzeiger wurde am 31. Juli 2020 vorgenommen, so dass die Richtlinie am 1. August 2020 in Kraft treten kann. Schwerpunkte sind die Förderlinien "Ausbildungsprämie", "Ausbildungsprämie plus", "Übernahmeprämie" und "Vermeidung von Kurzarbeit". Die Programmlinie "Auftrags- und Verbundausbildung" wird demnächst in einer separaten Richtlinie geregelt.
Seit Montag, 3. August, ist es für Unternehmen möglich, Antrags- und Bestätigungsformulare auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit herunterzuladen und weitere Informationen zu erhalten: www.arbeitsagentur.de
Das Verfahren sieht vor, dass sich das von Corona betroffene KMU zunächst die Anzahl der Ausbildungsverträge der letzten drei Jahre sowie die eingetragene Ausbildungsvergütung mit Stempel und Unterschrift von den Kammern bestätigen lässt, um dann seinen Antrag bei der örtlichen Arbeitsagentur zu stellen. Im Folgenden geben wir eine Übersicht über die Regelungen. Details und rechtssichere Auskünfte erhalten Sie auf der Homepage und bei den Beratern Ihrer örtlich zuständigen Arbeitsagentur www.arbeitsagentur.de

Welche Maßnahmen sollen gefördert werden?

Die Bundesregierung hat am 29.07.2020 die Ausbildungsprämie offiziell initiiert. Das Hilfsprogramm für kleine und mittelgroße Unternehmen
(KMU) umfasst insgesamt 410 Millionen Euro Die Ausbildungsprämie soll dabei helfen, Ausbildungsplätze zu sichern, die durch die Corona-Pandemie bedroht sind.
Folgende Maßnahmen sollen gefördert werden:
Die Förderung umfasst vier Förderbereiche, mit denen angesichts der starken Auswirkungen der Corona-Krise auf die Wirtschaft Ausbildungsbetriebe mit Zuschüssen in Form von Ausbildungsprämien, mit Zuschüssen zur Ausbildungsvergütung zur Vermeidung von Kurzarbeit und mit Zuschüssen in Form von Übernahmeprämien besonders unterstützt werden können.

 „Ausbildungsprämie“ bei Erhalt des Ausbildungsniveaus

Ziel der Förderung ist, Ausbildungsbetriebe zu motivieren, ihr Ausbildungsniveau trotz der Folgen der Corona-Krise aufrecht zu erhalten.
Die „Ausbildungsprämie“ beträgt einmalig 2 000 Euro für jeden Ausbildungsvertrag und wird im Wege der Projektförderung als Festbetragsfinanzierung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses gewährt.

 „Ausbildungsprämie plus“ bei Erhöhung des Ausbildungsniveaus

Ziel der Förderung ist, Ausbildungsbetriebe zu motivieren, ihr Ausbildungsniveau trotz der Folgen der Corona-Krise zu erhöhen.
Die „Ausbildungsprämie plus“ beträgt einmalig 3 000 Euro für jeden zusätzlichen, die bisherige durchschnittliche Anzahl übersteigenden Ausbildungsvertrag und wird im Wege der Projektförderung als Festbetragsfinanzierung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses gewährt.

 „Zuschuss zur Ausbildungsvergütung“ zur Vermeidung von Kurzarbeit

Ziel der Förderung ist, Kurzarbeit bei Auszubildenden zu vermeiden, um trotz Arbeitsausfall im Ausbildungsbetrieb die Fortführung laufender Ausbildungen zu unterstützen.
Der „Zuschuss zur Ausbildungsvergütung“ beträgt 75 Prozent der Ausbildungsvergütung für jeden Auszubildenden und jeden Monat (nicht rückzahlbare Anteilsfinanzierung), in dem ein relevanter Arbeitsausfall vorliegt. Bemessungsgrundlage ist das sich auf Grundlage der im Ausbildungsvertrag vereinbarten Ausbildungsvergütung ergebende Arbeitgeber-Brutto ohne Berücksichtigung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

 „Übernahmeprämie“

Ziel der Förderung ist, durch die Übernahmeprämie Ausbildungsbetriebe zu motivieren, die Berufsausbildung von Auszubildenden, deren ursprünglicher Ausbildungsbetrieb die Ausbildung nicht fortführen kann, fortzusetzen. Eine Übernahmeprämie wird einem Ausbildungsbetrieb gewährt, der förderfähige Berufsausbildung fortführt, die wegen einer Corona-krisenbedingten Insolvenz eines ausbildenden kleinen oder mittleren Unternehmens vorzeitig beendet worden ist.
Die Übernahmeprämie beträgt einmalig 3 000 Euro für jeden Ausbildungsvertrag und wird im Wege der Projektförderung als Festbetragsfinanzierung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses gewährt (nicht rückzahlbarer Festbetrag).

WICHTIG!: Alle Prämien werden nach erfolgreicher Beendigung der Probezeit ausgezahlt.

Für alle fünf Maßnahmen gilt:
  1. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind solche mit bis zu 249 Beschäftigten. Als Beschäftigtenzahl wird die Zahl der Mitarbeiter/-innen in Vollzeitäquivalenten zum Stichtag 29. Februar 2020 zugrunde gelegt. Bei Ausbildungsverbünden werden die Beschäftigten der einzelnen KMU zusammen berücksichtigt.
  2. Für die Förderung kommen KMU in Betracht, die eine Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen oder in den bundes- und landesrechtlich geregelten praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen durchführen. Praktika sind ausgeschlossen. Es wird nur eine Prämie pro Ausbildung gezahlt.
  3. Neben diesen Förderungen sind keine Leistungen mit gleicher Zielrichtung oder gleichem Inhalt aus anderen Programmen des Bundes oder der Länder möglich. Das KMU entscheidet, welche Förderung es in Anspruch nehmen will.
  4. Für die Förderung kommen KMU in Betracht, die eine Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen oder in den bundes- und landesrechtlich geregelten praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen durchführen. Praktika sind ausgeschlossen. Es wird nur eine Prämie pro Ausbildung gezahlt.
  5. Neben diesen Förderungen sind keine Leistungen mit gleicher Zielrichtung oder gleichem Inhalt aus anderen Programmen des Bundes oder der Länder möglich. Das KMU entscheidet, welche Förderung es in Anspruch nehmen will.

Bei KMU, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind statt der Monate April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich heranzuziehen.

Wer ist antragsberechtigt?

Zu 1 und 2 Ausbildungsprämien (Ausbildungsangebot fortführen oder erhöhen)
Antragsberechtigt sind KMU, die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind. Davon ist auszugehen, wenn ein KMU in der ersten Hälfte des Jahres 2020 wenigstens einen Monat Kurzarbeit durchgeführt hat oder der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 um durchschnittlich mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen ist. Bei KMU, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind statt der Monate April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich heranzuziehen.
Zu 3 Vermeidung von Kurzarbeit
Antragsberechtigt sind KMU, die ihre laufenden Ausbildungsaktivitäten trotz der Belastungen durch die COVID-19-Krise fortsetzen und Auszubildende sowie deren Ausbilder trotz erheblichem Arbeitsausfall nicht in Kurzarbeit bringen. Erforderlich ist ein Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im gesamten Betrieb.
Zu 4 Auftrags- und Verbundausbildung (AzubiSharing)
Antragsberechtigt sind KMU aus allen Wirtschaftsbereichen, die Auszubildende aus anderen KMU im Rahmen der Auftrags- oder Verbundausbildung für mindestens sechs Monate im eigenen Betrieb ausbilden und über die hierfür notwendige Ausbildungseignung verfügen und ÜBS sowie andere etablierte Ausbildungsdienstleister, die Auszubildende aus KMU im Rahmen der Auftrags- oder Verbundausbildung für mindestens sechs Monate ausbilden.
Zu 5 Übernahmeprämie
Antragsberechtigt sind KMU aus allen Wirtschaftsbereichen, die Auszubildende aus pandemiebedingt insolventen KMU bis zum 31.12.2020 für die Dauer der restlichen Ausbildung übernehmen.
Wo kann ich einen Antrag stellen?
Zuständig für die Umsetzung dieser Richtlinie, insbesondere die Antragsbearbeitung und Bewilligung der Zuwendungen, ist die Bundesagentur für Arbeit.
Anträge sind nach den Vorgaben der Bundesagentur für Arbeit und unter Verwendung der vorgesehenen Antragsformulare und Beifügung der erforderlichen Unterlagen zu stellen. Der unterzeichnete Antrag ist schriftlich, eingescannt als Datei per E-Mail oder − soweit seitens der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung gestellt − in Form eines Dokumentenuploads einzureichen. Die Bundesagentur für Arbeit stellt eine Übersicht der erforderlichen Unterlagen zur Verfügung.
www.arbeitsagentur.de

Förderung

Bei den Förderungen „Ausbildungsprämie“ und „Ausbildungsprämie plus“ ist jeweils zur Antragstellung bei der Agentur für Arbeit eine Bescheinigung der IHK erforderlich. Mit dieser Bescheinigung werden die durchschnittlich geschlossenen Ausbildungsverträge der letzten drei Jahre bescheinigt.
Fördervoraussetzungen:
- Kleines und Mittelständisches Unternehmen (KMU)?
- Ausbildungsniveau (Ausbildungsverträge) in 2020 im Vergleich zu den drei
Vorjahren (Durchschnitt 2017-2019) nicht verringert oder erhöht?
- mindestens einen Monat Kurzarbeit durchgeführt in der ersten Jahreshälfte oder Umsatzeinbruch im April und Mai 2020 um durchschnittlich mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019?
Nur wenn diese Voraussetzungen vorliegen, hat eine Antragstellung Aussicht auf Erfolg. Daher möchten wir Sie bitten, vor Anforderung einer Bescheinigung zunächst zu prüfen, ob Ihr Unternehmen diese Voraussetzungen erfüllt. Bitte beachten Sie die Förderrichtlinie unter weitere Informationen.

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