Coronavirus - Informationen für Außenhandelsunternehmen


Das Coronavirus (offizieller Name: Covid-19) beeinträchtigt das Geschäftsleben inzwischen nicht nur in China massiv.

Aktuelle Informationen – weiterführende Links



Corona-Auslandsinfos: Webinar-Serie "Navigator"
Was müssen im Ausland engagierte Unternehmen in der Corona-Krise wissen? Eine neue Webinar-Reihe bietet einen Überblick über aktuelle Maßnahmen der jeweiligen Regierungen in 20 ausgewählten Ländern zur Unterstützung von lokalen Betrieben. Die Experten der AHKs vor Ort informieren dabei in 45 Minuten komprimiert über aktuelle Fragestellungen wie Lieferketten, Reisemöglichkeiten von Mitarbeitern, Angebote zur Kurzarbeit, Steuerstundung, Cash-Support und vielen weiteren Fragen.

Welche Länder und Regionen sind betroffen?

Mittlerweile sind nahezu alle Länder von der Pandemie betroffen. Täglich kommen neue Einschränkungen und Verbote hinzu, die den Reise- und Warenverkehr betreffen. Die nachstehende Aufstellung erhebt daher nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Sollten Sie zu dem von Ihnen gesuchten Land keine Informationen finden, nehmen Sie bitte telefonisch mit uns Kontakt auf. In den am meisten betroffenen Ländern haben die Auslandshandelskammern spezielle Informationen zusammengestellt:

China

Seit Ende Januar hat sich das Coronavirus zunächst stark in China ausgebreitet. Zahlreiche Fabriken sind dort immer noch geschlossen oder arbeiten mit reduzierter Besetzung. Flug- und Schiffsverbindungen sind gekappt, zahlreiche Messen abgesagt.
Die AHK Büros in Greater China informieren regelmäßig über Entwicklungen und Folgen der Beschränkungen zur Eindämmung des Corona Virus in China. Insbesondere die FAQs helfen bei vielen Fragen, die von Unternehmen derzeit gestellt werden.  Ein Krisenmanagement-Team wurde eingerichtet, das für Fragen unter: infocenter@bj.china.ahk.de erreichbar ist.
Die Krisen-Präventionsliste der Deutschen Botschaft empfiehlt dringend allen sich in China aufhaltenden Deutschen eine Registrierung  auf "Elefand".

Frankreich

In Frankreich gelten seit dem 16. März 2020 Ausgangsbeschränkungen. Ausgenommen sind Wege zur Arbeit, zum Arzt oder zur dringenden Unterstützung Angehöriger. An den deutsch-französischen Grenzen finden verstärkte Grenzkontrollen auf beiden Seiten statt, um unnötige Bewegungen und Reisen zu verhindern. Seit dem 20. März 2020 ist ein Grenzübertritt grundsätzlich nur noch an ausgewiesenen Grenzübergängen möglich.  Nach Frankreich entsandte Mitarbeiter von Unternehmen und Berufspendler müssen allerdings entsprechende Nachweise der Arbeitgeber mitführen, aus denen sich die Notwendigkeit des Grenzübertritts ergibt.
Die Deutsch-Französische Industrie- und Handelskammer (AHK) informiert zur aktuellen Lage Frankreichs im Zusammenhang mit dem Coronavirus.
 

Italien

Kein Land ist in Europa bislang härter vom Coronavirus betroffen als Italien. Die Reisefreiheit wurde außer Kraft gesetzt, Ganz Italien zum Sperrgebiet erklärt, Schulen und Universitäten zeitweise geschlossen. Die Verbreitung des Virus und die daraus resultierenden Maßnahmen zur Kontrolle und Eindämmung des Virus schränken einige der Aktivitäten der Unternehmen ein. Die AHK Italien gibt auf ihrer Internetseite eine aktuellen Überblick über die derzeit unsichere und sich schnell entwickelnde Situation im Land. 

Österreich

In Österreich gilt seit dem 15. März 2020 eine Ausgangssprerre. Ausgenommen davon sind medizinische Notfälle, nicht aufschiebbare Arbeit oder wichtige Besorgungen. Der Warenverkehr soll weiter gewährleistet werden, allerdings kann es wegen Gesundheitskontrollen zu Wartezeiten kommen. Am 16. März 2020 wurden an der deutsch-österreichischen Grenze Einreisekontrollen eingeführt. Auf den Internetseiten der AHK Österreich und der Österreichischen Wirtschaftskammer (WKÖ) finden Sie laufend aktuelle Informationen zum Thema.

Russland

Zur Eindämmung des Coronavirus schließt Russland ab 18. März 2020 vorübergehend seine Grenzen für  nicht-russische Staatsbürger. Die Maßnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus soll bis zum 1. Mai 2020 gelten. Nur wenige Personengruppen dürfen weiterhin einreisen: Menschen mit dauerhafter Aufenthaltserlaubnis ("wid na schitelstwo"), offizielle Delegationen, Mitarbeiter von Botschaften und Konsulaten, Besatzungen von Flugzeugen, Schiffen und Zügen sowie Menschen, die zu Beerdigungen einreisen, und Transitreisende. Die Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer hat ihrer Internetseite die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die allgemeine Situation in Russland zusammen gefasst. (AHK)
Livestream “Das Russlandgeschäft in Krisenzeiten aufrecht erhalten” am 7. April 2020, 14:00 Uhr 
Über die aktuelle Lage und wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie sowie damit verbundene rechtliche und zollrechtliche Fragestellungen berichten ausgewiesene Russlandexperten in einer Livestreaming-Konferenz. Um in Russland aktive Unternehmen aktuell zu informieren, hat die Exportwirtschaft ICS gemeinsam in Kooperation mit der IHK Frankfurt, der Rechtsanwaltskanzlei BEITEN BURKHARDT und EY Russland wertvolle Fachinformationen aus verschiedenen Arbeitsbereichen kompakt zusammengestellt.  

Schweiz

Die Schweiz führt nun auch Grenzkontrollen durch. In die Schweiz einreisen dürfen nur noch Schweizer Staatsangehörige, Personen mit einem Aufenthaltstitel in der Schweiz sowie Personen, die aus beruflichen Gründen reisen müssen. Auf der Internetseite des Staatssekretariats für Migration wird definiert, für welchen Personenkreis und unter welcher Voraussetzungen die Einreise in die Schweiz erlaubt ist. Um die Kontrollen zu kanalisieren, wurden rund 130 kleinere Grenzübergänge geschlossen. Die Maßnahme dient dem Schutz der Bevölkerung in der Schweiz. Für den Warenverkehr und den Transit gibt es bislang keine Einschränkungen.
Dienstleistungserbringung
Es werden nur noch Meldebestätigungen für Dienstleistungserbringer (Selbstständige/ Entsandte Mitarbeiter) aus der EU erteilt, wenn der Einsatz im "überwiegend öffentlichen Interesse" der Schweiz laut COVID-19- Verordnung 2 liegt.
Eine Meldepflicht für selbstständige Dienstleistungserbringer und entsandte Mitarbeiter der EU, die in die Schweiz einreisen wollen, besteht ab dem 1 Tag unabhängig von der Branche und Art der Erwerbstätigkeit. Ohne Meldebestätigung wird Dienstleistungserbringern aus der EU die Einreise in die Schweiz verweigert.
Im überwiegenden öffentlichen Interesse gemäß COVID-19-Verordnung 2 liegen gemäß einer aktuellen Weisung des Staatssekretariats für Migration (SEM) sowie einem darauf gestützten Rundschreiben des SEM jene Tätigkeiten, die den Schutz der Bevölkerung im Hinblick auf die Verbreitung der Krankheit sicherstellen. Dazu sind die Voraussetzungen für die wirtschaftliche Landesversorgung aufrechtzuerhalten. Es können deshalb diejenigen Tätigkeiten berücksichtigt werden, welche die Verfügbarkeit von lebenswichtigen Gütern und Dienstleistungen in den Bereichen Heilmittel und Pflege, Lebensmittel, Energie, Logistik sowie Informations- und Kommunikationstechnologie sicherstellen. 

Spanien

Die derzeit anhaltende Corona-Pandemie mit zahlreichen Toten hat weitreichende wirtschaftliche Auswirkungen in Spanien. So wurde das Land am 14. März 2020 aufgrund der Ausbreitung des COVID-19 für das gesamte Staatsgebiet der Alarmzustand ausgerufen, vorerst für 15 Tage. Das geht mit einer Reihe von Maßnahmen, insbesondere bedeutender Einschränkungen der Bewegungsfreiheit im ganzen Land, einher. 
Diese Beschränkungen können dazu führen, dass Verträge nicht mehr wie geplant durchführbar sind oder die Durchführung sogar unmöglich wird. Dies betrifft den Waren- wie auch den Dienstleistungsverkehr gleichermaßen. Um die Auswirkungen auf Verträge abschätzen zu können, gilt es zunächst zu kontrollieren, welche Regelungen der konkrete Vertrag vorsieht. 
Die spanische Regierung hilft Unternehmen und Selbstständigen, die durch die Corona-Krise und den ausgerufenen Alarmzustand schwer getroffen sind, bei der Überbrückung der größten Probleme
Die AHK Spanien stellt auf einer Sonderseite laufend aktualisierte Informationen zur Entwicklung der Corona-Krise im Land bereit.

Südkorea

Auch in Südkorea, wo die Fallzahlen, insbesondere in der Daegu-Region gerade drastisch steigen, werden Bildungseinrichtungen geschlossen, Unternehmen schicken ihre Mitarbeiter in die Heimarbeit, Treffen werden abgesagt. Die AHK Korea hat zum Thema verschiedene Merkblätter erstellt.

Wirtschaftliche Auswirkungen auf Auslandsmärkte

Einen Überblick über die Situation und die Auswirkungen in verschiedenen Ländern gibt die Germany Trade and Invest (GTAI)

Achtung bei Dienstleistungserbringung

Wenn es sich nicht um einen reinen Warentransport handelt, sondern im Ausland eine Dienstleistung erbracht werden soll, ist die Situation derzeit schwierig. Soll es einen Grenzübergang geben, um im Ausland einen Werkvertrag zu erfüllen, also beispielsweise die Reparatur einer Maschine oder Montageleistungen, so wird der Grenzübertritt in vielen Ländern der EU derzeit regelmäßig verweigert. Genauso sind  grenzüberschreitende Arbeitnehmerentsendungen momentan höchst problematisch.

Lieferketten erhalten, Transporte ermöglichen

Angesichts der Grenzschließungen und ausgefallener Flüge ist die Aufrechterhaltung der Lieferketten ein sehr wichtiges Thema. Nachstehend finden Sie die jüngsten Maßnahmen, um Lieferungen weiter zu ermöglichen und auch die Durchfahrt an den Grenzen zu erleichtern.
  1. Verlängerung von Erlaubnissen für Gefahrgutbeauftragte und Gefahrgutfahrer. Diese gelten, falls sie zwischen dem 1. März 2020 und dem 1. November 2020 enden, nun bis zum 30. November 2020.
  2. Für Berufskraftfahrer wird es ähnlich auch eine flexible bundesweite Übergangslösung geben. U. a. NRW, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz haben bereits einen Erlass dazu verabschiedet. Mit den ersten beiden Punkten wird gewährleistet, dass bisherige Fahrer, deren Erlaubnisse ablaufen würden, weiter LKWs fahren können.
  3. Die Zollstellen werden sowohl den direkten “Kundenverkehr” als auch den physischen Dokumentenverkehr auf ein absolut notwendiges Minimum reduzieren. Bislang sind laut Zoll noch keine Zollstellen geschlossen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag drängt darauf, dass die Zollbehörden für die Einfuhr- und Ausfuhrabfertigung die Vorlage von Dokumenten in elektronischer Form bzw. einen vollständigen elektronischen Datenaustausch zwischen Unternehmen und Zoll ermöglichen. Es wird damit gerechnet, dass dies in Kürze umgesetzt wird.
  4. Es wird daran gearbeitet, mit den Auslandshandelskammern eine laufend aktualisierte Übersicht zu erstellen, welche Regelungen für den Lieferverkehr im Ausland gelten. 

Exportabsicherung

Nach wie vor übernimmt der Bund Exportkreditgarantien (Hermesdeckungen) für Exporte nach China und andere Coronavirus-Risikogebiete. Auch bestehender Deckungsschutz bleibt uneingeschränkt bestehen. Hermesdeckungen sichern sowohl Schäden in der Phase der Herstellung ab als auch, wenn eine Forderung nach Lieferung ausfällt. Informieren Sie sich am besten direkt auf dem Portal der Auslandsgeschäftsabsicherung der Bundesrepublik Deutschland.
Exportkreditgarantien auf weitere Länder ausgeweitet
Ab sofort können Exportgeschäfte zu kurzfristigen Zahlungsbedingungen (bis 24 Monate) auch innerhalb der EU und in bestimmten OECD-Ländern mit staatlichen Exportkreditgarantien des Bundes abgesichert werden können. Damit können insbesondere mögliche Engpässe im privaten Exportkreditversicherungsmarkt aufgefangen werden.
Ermöglicht wird dies durch einen Beschluss der Europäischen Kommission vom 27. März 2020, die Bestimmungen der sog. Kurzfristmitteilung zu ändern. Damit wird die Liste der marktfähigen Risiken, also der Länder, für die normalerweise keine Absicherung durch staatliche Exportkreditgarantien zulässig ist, vorübergehend gestrichen. Die Kommission hat damit schnell und flexibel auf die Bitten mehrerer Mitgliedstaaten, darunter auch Deutschland, reagiert. Sie hat den Mitgliedstaaten die Möglichkeit eröffnet, zeitnah und entschlossen zu reagieren, sollten sich private Exportkreditversicherer als Reaktion auf die Corona-Pandemie zurückziehen.
Begünstigte Länder sind neben der EU auch Australien, Island, Japan, Kanada, Neuseeland, Norwegen, Schweiz, USA und das Vereinigte Königreich. Die erweiterten Deckungsmöglichkeiten sind zunächst bis zum 31. Dezember 2020 befristet. Einzelheiten zu den erweiterten Deckungsmöglichkeiten für das Kurzfristgeschäft finden sich auf den Internetseiten des Mandatars des Bundes.

Änderung des europäischen Exportverbotes

Ab dem 21. März sollen Exporte in bestimmte Länder und Gebiete, insbesondere die Länder der Europäischen Freihandelsassoziation nach EU-Recht wieder erlaubt sein. Schutzausrüstungen dürfen dann wieder nach Norwegen, Island, Liechtenstein und die Schweiz sowie Andorra, die Färöer-Inseln, San Marino und der Vatikan sowie die assoziierten Länder und Gebiete, die besondere Beziehungen zu Dänemark, Frankreich, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich unterhalten, geliefert werden. Informationen zur Durchführungsverordnung (EU) 2020/402 vom 14. März 2020.
Die EU-Kommission hat am 1. April 2020 FAQs zum Export medizinischer Schutzausrüstung veröffentlicht.

Import von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) 

Die EU-Kommission hat beschlossen, den Marktzugang zu persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) zu beschleunigen und die Überwachung zu vereinfachen. Informationen zum Inverkehrbringen von PSA sowie Coronatests hat die IHK Koblenz auf ihrer Homepage zusammengefasst.  
EU-Kommission befreit Einfuhr von medizinischer Ausrüstung aus Nicht-EU-Ländern von Zöllen und Mehrwertsteuer
Als Beitrag im Kampf gegen das Coronavirus hat die Kommission am 3. April 2020 beschlossen, den Anträgen der Mitgliedstaaten und des Vereinigten Königreichs auf eine vorübergehende Befreiung der Einfuhr von Medizinprodukten und Schutzausrüstungen aus Drittländern von Zöllen und Mehrwertsteuer stattzugeben. Dadurch wird die Belieferung von Ärzten, Pflegepersonal und Patienten mit der dringend benötigten medizinischen Ausrüstung finanziell erleichtert. Die Maßnahme betrifft Masken und Schutzausrüstung sowie Testkits, Beatmungsgeräte und andere medizinische Ausrüstung. Sie gilt für einen Zeitraum von 6 Monaten, kann jedoch noch weiter verlängert werden. Pressemitteilung der EU-Kommission