Finanzielle Unterstützung für Unternehmen

DIHK: Statements und Pressemeldungen

Wenn für Selbstständige und kleine Unternehmen die Einnahmen wegbrechen, ist der Fortbestand des Betriebs schnell gefährdet. Um den Unternehmen in der Corona-Krise schnell und unbürokratisch mit Liquidität zu helfen, fordert der DIHK die Bundesregierung zur schnellen Hilfe auf. Nur so könne eine Pleitewelle unvorstellbaren Ausmaßes verhindert werden. 

1. Wichtiges Hilfspaket: DIHK-Präsident Eric Schweitzer vom 23. März 2020

“Für viele Betriebe läuft die Krisenuhr schneller als politische Entscheidungen: Hilfsgelder müssen noch in diesem Monat fließen”
 
„Das Hilfspaket der Bundesregierung ist wichtig. Es  spiegelt das in den vergangenen zehn Tagen gewachsene Bewusstsein über das wirtschaftliche Ausmaß der Coronakrise wider. Das gilt für das Sofortprogramm für Solo-Selbständige und Kleinstunternehmen. Das gilt aber auch für das umfassende Kreditpaket wie für die Anpassungen im Insolvenzrecht. Eine Kernherausforderung bleibt: Für viele Betriebe läuft die Liquiditätsuhr schneller runter als politische Entscheidungen und der Aufbau von Strukturen für die Hilfen hinterher kommen. Einfache Lösungen oder vorschnelle Schuldzuweisungen sind dabei völlig fehl am Platz. Alle Beteiligten müssen sich aber darauf fokussieren, dass die Hilfsgelder noch im März fließen und zugleich auch die Steuerstundungen wirken. Eine große Baustelle muss noch bearbeitet werden: Bei den Corona-Hilfskrediten sehen die Programme weiterhin eine Haftung der Kreditinstitute und Hausbanken vor Ort von 10 bis 20 Prozent vor. Angesichts der völligen Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Krise kann aber kein gewerbliches Unternehmen verlässliche Planungen vorlegen – dann aber dürfen die Banken keinen Kredit geben. Aus dieser Falle kommen wir nur durch eine temporäre 100-Prozent-Haftung des Staates heraus. Andernfalls würden am Ende zwar glücklicherweise Solo-Selbständige und Kleinstunternehmen über Zuschüsse Hilfen erhalten und wenige große Unternehmen könnten durch eine staatliche Beteiligung gerettet werden. Zentrale Bereiche der deutschen Wirtschaft – vom normalen kleinen und mittleren Betrieb bis hin zum großen Familienunternehmen würde aber eine Pleitewelle drohen.“


2. Corona-Soforthilfen: DIHK-Präsident Eric Schweitzer vom 22. März 2020 

"Der Staat ist ja in der Krise weiterhin kreditwürdig, alle privaten Akteure sind es nicht. Deshalb müssen wir jetzt sehr pragmatisch handeln"     
 „Die betroffenen Unternehmen brauchen jetzt ganz schnell Liquidität. Das im Kampf gegen die Corona-Pandemie erforderliche Aussetzen von Teilen des Wirtschaftslebens führt dazu, dass die Betriebe derzeit keinerlei Kreditwürdigkeit haben können. Das heißt für die Wirtschaft: Wenn Banken und Kreditinstitute wie in üblichen Zeiten die Tragfähigkeit der Kredite und die geschäftlichen Zukunftsaussichten der Betriebe prüfen müssen, verlieren wir wertvolle Zeit und das Vertrauen in das eigentlich gute Schutzschild-Paket der Bundesregierung. Das wäre fatal. Denn wir erleben dann eine Pleitewelle unvorstellbaren Ausmaßes. Deshalb wäre es in dieser Situation nur konsequent, wenn die Bundesregierung alle Hilfen jetzt mit einer Staatsgarantie von 100 Prozent absichert. Dann können die Banken vor Ort das Geld sofort und zinsgünstig weiterreichen. 
Der Staat ist ja in der Krise weiterhin kreditwürdig, alle privaten Akteure sind es nicht. Deshalb müssen wir jetzt sehr pragmatisch handeln. Ich sehe bei allen Beteiligten den guten Willen, hier zu einer fairen Lasten- und Chancenverteilung zu kommen. Wir müssen diese wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderung jetzt gemeinsam tragen. Und nach dem Shutdown brauchen wir dringend auch diejenigen Unternehmen, die jetzt ihr Geschäft herunterfahren müssen - viele davon sogar ganz auf Null. Wir müssen daher im Interesse aller vermeiden, jetzt hunderttausende eigentlich kerngesunde Unternehmen für immer zu verlieren.
Dieses Problem haben alle anderen EU-Länder übrigens ja in ganz ähnlicher Weise. Deshalb kann ich mir übrigens nicht vorstellen, dass eine solche für die europäische Wirtschaft aktuell lebensnotwendige Garantie an einem EU-Veto scheitern dürfte.“

3. Sofortmaßnahmen für Unternehmen: DIHK Pressmeldung vom 22. März 2020


Soforthilfen, Steuererleichterungen und Kredite mit Staatsgarantie sollen wirtschaftliche Folgen mildern. Mit diesen Soforthilfen können viele Unternehmen in den nächsten Tagen rechnen

4. Notfallfonds für Kleinstunternehmen: DIHK-Präsident Eric Schweitzer vom 19. März 2020 

„Wir müssen jetzt ganz schnell die Existenz von Solo-Selbständigen und Kleinstunternehmen absichern. Bei diesen Unternehmern fällt der Umsatz über Nacht drastisch, manchmal bis auf Null. Und sie wissen aktuell nicht, wann sie wieder Aufträge bekommen und diese annehmen dürfen. In vielen Fällen werden sie in dieser Situation auch keinen Kredit bekommen. Deshalb brauchen wir jetzt sehr schnell einen staatlichen Notfallfonds, der diesen Kleinstunternehmerinnen und -unternehmern unbürokratisch für die kommenden Wochen und Monate Überbrückungsgelder bzw. direkte Hilfe zum Lebensunterhalt auszahlt. Damit würde das bereits sehr gute Schutzschild-Paket der Bundesregierung um einen wichtigen Punkt ergänzt.“