Gesetzesänderung

Ende der Übergangsfrist zur „Rückvermeisterung“

Mit der Änderung der Handwerksordnung (HwO) im Jahr 2004 wurden zahlreiche Berufe „meisterfrei“. Sie konnten bislang als sogenannte „zulassungsfreie Handwerke“ ohne meisterliche Qualifikation selbstständig ausgeübt werden. Durch die am 14. Februar 2020 in Kraft getretene Gesetzesänderung sind folgende Berufe ab diesem Zeitpunkt wieder meisterpflichtig:

Folgende Berufe sind wieder meisterpflichtig:
• Fliesen-, Platten- und Mosaikleger
• Betonstein- und Terrazzohersteller
• Estrichleger
• Behälter- und Apparatebauer
• Parkettleger
• Rollladen- und Sonnenschutztechniker
• Drechsler und Holzspielzeugmacher
• Böttcher
• Glasveredler
• Schilder- und Lichtreklamehersteller
• Orgel- und Harmoniumbauer
• Raumausstatter
Von dieser Gesetzesänderung können auch Betriebe betroffen sein, die bislang ausschließlich IHK-zugehörig sind. Es handelt sich dabei vor allem um Betriebe, die eine der oben aufgeführten Tätigkeiten neben ihrer Handels- oder Dienstleistungstätigkeit in untergeordneter Weise in ihrem IHK-Betrieb als handwerklichen Nebenbetrieb ausführen.
Das Gesetz sieht einen Bestandschutz für die betroffenen Unternehmen vor, so dass diese auch weiterhin ihre handwerklichen Tätigkeiten ausführen können.
Diese Unternehmen mussten bis zum 13. Februar 2021 einen Antrag auf Eintragung in die Handwerksrolle gestellt haben. Die Antragspflicht gilt nicht, wenn eine solche Tätigkeit nur in unerheblichem Umfang ausgeübt wird.
Für die Eintragung musste lediglich nachgewiesen werden, dass bereits vor dem 14. Februar 2020 die handwerklichen Tätigkeiten ausgeübt wurden, zum Beispiel durch die Vorlage der Gewerbemeldung oder entsprechender Rechnungen. Im Rahmen des Bestandschutzes war kein Nachweis einer Meisterqualifikation erforderlich.