Grundinformationen zum Insolvenzrecht

Insolvenzrecht

Das Insolvenzrecht bietet Chancen, birgt aber auch Gefahren. Wann muss ein Unternehmer z. B. einen Insolvenzantrag stellen und wie läuft das Verfahren ab? Welche Stellung haben Sie als Gläubiger in diesem Verfahren?
Das Insolvenzverfahren ist komplex. Insbesondere ist zwischen dem Verbraucherinsolvenz- und dem Regelinsolvenzverfahren zu differenzieren. Bitte beachten Sie, dass aufgrund der Corona-Krise zahlreiche (vorübergehende) Änderungen im Insolvenzrecht gelten sollen.
Zu dem Thema Insolvenzrecht und Corona finden Sie weitere Informationen hier.
Wichtig:  
Die Insolvenzantragspflicht wegen Überschuldung ist bis zum 30.04.2021 ausgesetzt,
wenn eine Beantragung staatlicher Hilfen zur Abmilderung der Pandemiefolgen aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht rechtzeitig möglich ist. Die Verlängerung soll den Schuldnern zugutekommen, die einen Anspruch auf finanzielle Hilfen aus den aufgelegten Corona-Hilfsprogrammen haben und deren Auszahlung noch aussteht. Voraussetzung ist grundsätzlich, dass die Hilfe bis zum 28.02.2021 beantragt wird und die Hilfeleistung zur Beseitigung der Insolvenzreife geeignet ist. Auf die tatsächliche Antragstellung kommt es jedoch ausnahmsweise nicht an, wenn eine Beantragung der Hilfen aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen bis zum 28.02.2021 nicht möglich ist. In diesen Fällen soll auf die Antragsberechtigung abgestellt werden.
Wie schon bisher gilt die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht nur, wenn die Krise des Unternehmens pandemiebedingt ist, mit einer Auszahlung der Hilfen zu rechnen ist und hierdurch eine Überlebenschance für das Unternehmen besteht. Liegen diese Voraussetzungen nicht vor, bleibt es bei juristischen Personen und GmbH & Co. KGs bei der Antragspflicht sobald ein Insolvenzgrund vorliegt. Sonst droht eine Haftung als auch eine Strafbarkeit der Geschäftsleitung.

Stand: März 2021