Coronavirus trifft heimische Wirtschaft

Finanzielle Hilfe für Unternehmen


Vordringliche Zielsetzung ist es, die laufenden Belastungen des Betriebes möglichst gering zu halten und die Liquidität zu sichern, damit der Betrieb handlungsfähig bleibt und die aktuelle Krise übersteht.
Die Förderberater der Industrie- und Handelskammern informieren und beraten individuell und diskret über Förderinstrumente. Wichtig ist, sich so früh wie möglich zu melden, um gezielt und rechtzeitig alle Möglichkeiten auszuloten.

Überbrückungshilfe III kann nun beantragt werden

Die Überbrückungshilfe III wurde nochmals deutlich verbessert: Die Beantragung wurde einfacher, die Förderung großzügiger und sie steht mehr Unternehmen zur Verfügung. Auch die besonderen Herausforderungen des Einzelhandels wurden berücksichtigt. Außerdem wurde die Neustarthilfe für Soloselbstständige verbessert und kann nun auch beantragt werden.
Mit den Impfstoffen gibt es Grund zur Hoffnung. Dennoch sind die Zahlen der Neuinfektionen weiterhin zu hoch, so dass es nötig bleibt, das wirtschaftliche und soziale Leben einzuschränken. Damit trotzdem möglichst alle gut durch diese Krise kommen, wurden die umfangreichen Wirtschaftshilfen stetig ausgebaut und auf neue Entwicklungen reagiert. Angesichts der länger andauernden Einschränkungen haben Bundesfinanzminister Olaf Scholz und der Bundeswirtschaftsminister Verbesserungen der Hilfe vereinbart.
Durch die Anpassungen wird die Überbrückungshilfe III und deren Beantragung deutlich einfacher, die Förderung großzügiger und steht einem größeren Kreis an Unternehmen zur Verfügung. Außerdem wird die Neustarthilfe für Selbstständige verbessert und die besonderen Herausforderungen des Einzelhandels werden berücksichtigt.
Zu den wichtigsten Änderungen zählen unter anderem:
Zugang zur Überbrückungshilfe III  vereinfacht und erweitert
•    Antragsberechtigung bei Umsatzeinbruch in einem Monat von mindestens 30 Prozent
•    Für Unternehmen mit Jahresumsatz von bis zu 750 Mio. Euro
Fördervolumen und Abschlagshöhe werden erhöht
•    Bis zu 1,5 Mio. Euro Überbrückungshilfe pro Monat
•    Abschlagszahlungen von bis zu 100.000 Euro
•    Überbrückungshilfe III auch für November und Dezember 2020
Gezielte Regelungen für besonders betroffene Branchen
•    Einzelhandel: Abschreibungen auf Saisonware können zu 100 Prozent als Fixkosten angesetzt werden
•    Reisebranche: Umfassende Berücksichtigung von Kosten und Umsatzausfällen durch Absagen und Stornierungen
Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Seite Neue Corona-Hilfen: Überbrückungshilfe III und Neustarthilfe.

Neustarthilfe für Soloselbstständige ist gestartet

Soloselbstständige, die im Rahmen der Überbrückungshilfen III keine Fixkosten geltend machen, aber dennoch stark von der Corona-Krise betroffen sind, können einmalig eine Neustarthilfe von bis zu 7.500 Euro erhalten. Soloselbstständige können Anträge direkt über ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de stellen.
Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Seite Neue Corona-Hilfen: Überbrückungshilfe III und Neustarthilfe.


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Fragen zu finanziellen Hilfen






Ausbildungsprämie: Diese Maßnahmen werden vom Bundesprogramm gefördert

Wesentliche Teile des Bundesprogramms "Ausbildungsplätze sichern“ sind mit Beginn des neuen Ausbildungsjahrs am 1. August gestartet. Die erste Förderrichtlinie richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten, die eine Ausbildung in anerkannten Berufsbildern realisieren und von der Corona-Pandemie stark betroffen sind. Mehr über Zuschüsse und Förderbedingungen unter Ausbildungsprämie 2020

Zuschussförderung (Novemberhilfe, Dezemberhilfe, Überbrückungshilfe II, Notfallkasse, Kopf Hoch Kassel, Kurzarbeit, Entschädigung)

November- und Dezemberhilfe

Die Novemberhilfe und Dezemberhilfe des Bundes richten sich an Unternehmen, Betriebe, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen, die von den temporären Schließungen betroffen sind. Antragsberechtigt für die Novemberhilfe sind solche Unternehmen, die aufgrund des Beschlusses des Bundes und der Länder vom 28. Oktober 2020 den Geschäftsbetrieb einstellen mussten, und somit direkt betroffen sind. Auch Beherbergungsbetriebe und Veranstaltungsstätten werden als direkt betroffene Unternehmen angesehen. Direkt Betroffene im Dezember sind Unternehmen und Soloselbständige, die aufgrund der auf Grundlage des Beschlusses von Bund und Ländern vom 28. Oktober 2020 erlassenen Schließungsverordnungen der Länder den Geschäftsbetrieb bereits im November einstellen mussten und auf Grundlage der Beschlüsse von Bund und Ländern vom 25. November 2020 und vom 2. Dezember 2020 auch im Dezember noch von diesen Schließungen betroffen waren. Hiervon nicht umfasst sind regionale Schließungen von Branchen oder Einrichtungen, die nicht in diesen Beschlüssen genannt werden, sowie Schließungen auf Grundlage späterer Beschlüsse (zum Beispiel der Bund-Länder Beschluss vom 13. Dezember 2020).  Unternehmen, die zwar nicht direkt von einer staatlichen Schließungsanordnung betroffen sind, aber faktisch im November dennoch an der Ausübung ihres Gewerbes gehindert sind, sind auch antragsberechtigt. Dazu zählen Unternehmen, die nachweislich und regelmäßig 80 Prozent ihrer Umsätze mit direkt von den Schließungsmaßnahmen betroffenen Unternehmen erzielen. 
Die Höhe der Novemberhilfe und Dezemberhilfe beträgt 75 Prozent des Vergleichsumsatzes (Netto-Umsatz im November/Dezember 2019) und wird anteilig für jeden Tag im November/Dezember 2020 berechnet, an dem ein Unternehmen tatsächlich vom Corona-bedingten Lockdown direkt, indirekt oder über Dritte betroffen war (Leistungszeitraum). Im Leistungszeitraum erzielte Umsätze bleiben unberücksichtigt, sofern sie 25 Prozent des Vergleichsumsatzes nicht übersteigen. Während des Leistungszeitraums erzielte Umsätze, die über 25 Prozent des Vergleichsumsatzes hinausgehen, werden vollständig auf die Novemberhilfe/Dezemberhilfe angerechnet. Umsätze, die im November/Dezember 2020 nachweislich außerhalb des Leistungszeitraums (also außerhalb der von Schließungen betroffenen Zeit) erzielt wurden, werden nicht berücksichtigt und müssen bei der Antragstellung daher auch nicht mit angegeben werden. 
Ein Antrag auf Novemberhilfe und Dezemberhilfe kann ausschließlich in digitaler Form über das Internet-Portal des Bundes gestellt werden. Der Antrag steht online zur Verfügung. Der Antrag ist grundsätzlich durch einen prüfenden Dritten im Namen des Antragsstellers einzureichen (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Buchprüfer oder Rechtsanwalt). Soloselbständige sind bis zu einem Förderhöchstsatz von 5.000 Euro direkt antragsberechtigt. Neu: Anträge auf November- und Dezemberhilfe können bis zum 30. April 2021 gestellt werden. 
Das Bundesfinanzministerium hat zur außerordentlichen Wirtschaftshilfe eine Seite mit Antworten auf häufig gestellte Fragen veröffentlicht. 

Überbrückungshilfe II

Die zweite Phase der Überbrückungshilfe umfasst die Fördermonate September bis Dezember 2020. Die Antragsfrist für die zweite Phase endet am 31. März 2021.
Detaillierte Informationen sind in unserem Artikel zur Überbrückungshilfe zu finden.

Notfallkasse des Landes Hessen –Liquiditätshilfe

Die Notfallkasse des Landes Hessen bietet Hilfe für Unternehmen, die bisher nicht über andere Programme unterstützt werden konnten. Es gibt bis zu 100.000 Euro einmalige Zuwendung zur Abwendung der pandemiebedingten Härte. Voraussetzung ist u. a., dass Leistungen aus anderen Corona-Programmen nicht möglich sind. Anträge können ausschließlich online beim Regierungspräsidium (RP) Kassel gestellt werden. 
Weitere Informationen finden Sie hier!

Kopf hoch, Kassel!


Bis zu 5000 Euro Zuschussförderung für Kasseler Kleinunternehmen
Inhabergeführte Kleinst- und Kleinbetriebe, die durch die Corona-Pandemie schließen mussten, werden über "Kopf hoch, Kassel!" bei Wiederaufnahme ihres Geschäftsbetriebs finanziell unterstützt. Sie erhalten eine einmalige, nicht rückzahlbare Anschubfinanzierung von 5.000 Euro. Der Zuschuss für Solo-Selbständige mit Wohnsitz in Kassel beträgt 2.000 Euro. Gemeinnützige Institutionen können sich die Einnahmeverluste für insgesamt drei Monate bis zu einem Betrag von maximal 5.000 Euro erstatten lassen. Weitere Informationen: Kopf hoch, Kassel!

Kurzarbeit

Unter Kurzarbeit versteht man die vorübergehende Verkürzung oder Einstellung (“Kurzarbeit Null”) der betriebsüblichen normalen Arbeitszeit, die sich auf den gesamten Betrieb oder bestimmte organisatorisch abgrenzbare Teile eines Betriebes erstreckt.
Kurzarbeitergeld kann Arbeitsplätze sichern und hilft, die Personalkosten zu reduzieren.
Voraussetzungen für Kurzarbeitergeld
Kurzarbeitergeld erfordert, dass Ihr Betrieb bestimmte Voraussetzungen erfüllt. So müssen zum Beispiel …
… mindestens 10 Prozent Ihrer Beschäftigten einen Entgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben.
… Ihre Angestellten Überstunden und positive Zeitguthaben abgebaut haben (bis auf bestimmte Ausnahmen).
Höhe des Kurzarbeitergeldes
Ihre Beschäftigten erhalten 60 Prozent des Netto-Entgelts als Kurzarbeitergeld (Beschäftigte mit mindestens einem Kind: 67 Prozent).
Ab dem 4. Bezugsmonat kann das Kurzarbeitergeld erhöht werden – vorausgesetzt, der Entgeltausfall beträgt im jeweiligen Monat mindestens 50 Prozent.
Die oben genannten Voraussetzungen und Angaben gelten befristet bis 31. Dezember 2021, wenn Sie spätestens für März 2021 erstmalig Kurzarbeitergeld erhalten.
Die Arbeitsagentur erreichen Sie zu diesem Thema telefonisch unter: 0800 4 5555 20 (gebührenfrei)
Detaillierte Informationen zum Thema Kurzarbeit sowie zur Antragsstellung haben wir ihnen unter folgendem Link zusammengestellt:  Aktuelle Vereinfachungen für den Bezug und häufige Fragen

Entschädigungen bei Quarantäne, Tätigkeitsverbot oder Schul- und Kita-Schließungen

Sie können eine Entschädigung erhalten, wenn Sie einen Verdienstausfall infolge von Quarantäne oder eines Tätigkeitsverbots haben. Das Tätigkeitsverbot oder die Quarantäne muss vom Gesundheitsamt oder einer anderen zuständigen Stelle angeordnet sein.
Weiterhin können Sie eine Entschädigung erhalten, wenn Sie durch die Betreuung Ihrer Kinder aufgrund einer Schließung von Schulen oder Betreuungseinrichtungen für Kinder (z.B. Kita) bzw. für Menschen mit einer Behinderung nicht arbeiten können und deshalb einen Verdienstausfall haben.
Anspruch auf Entschädigung haben:
•    Arbeitnehmer*innen und Selbstständige, die von Quarantäne oder einem Tätigkeitsverbot betroffen sind.
•    Berufstätige Eltern und Pflegeeltern von betreuungsbedürftigen Kindern, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder behindert und auf Hilfe angewiesen sind und deren Schulen oder Betreuungseinrichtungen geschlossen wurden.
•    Arbeitgeber, die ihren Arbeitnehmer*innen (für längstens sechs Wochen) die Entschädigung auszahlen.
•    Selbstständige, deren Betrieb oder Praxis während der Dauer der Quarantäne oder des Tätigkeitsverbots geschlossen ist, können zusätzlich den Ersatz von weiterlaufenden und nicht gedeckten Betriebsausgaben nach § 56 Absatz 4 Satz 2 IfSG beantragen.

Kreditförderung (Förderprogramme KfW und WIBank, u.a. WIBank Mikroliquidität, KfW-Schnellkredit)

Hessen-Mikroliquidität - Direktdarlehen der WIBank

Das Land Hessen bietet einen Mikrokredit bis 35.000 € mit einer siebenjährigen Laufzeit für 0,75 % Zinsen an. Der Kredit kann für den Corona bedingten Betriebsmittelbedarf verwendet werden. Sicherheiten werden nicht benötigt. Das Darlehen ist haftungsfrei gestellt. Weitere Informationen – auch zur Antragstellung – finden Sie auf der Webseite der WIBank.
Neu: Seit dem 1. Februar 2021 können hessische Kleinunternehmen und Soloselbstständige die Hessen-Mikroliquidität wieder beantragen. Das Hessische Wirtschaftsministerium hat gemeinsam mit dem Hessischen Finanzministerium und der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) die Verlängerung des Hilfsprogramms bis zum 30. Juni 2021 beschlossen. 
Die Hessen-Mikroliquidität kann von hessischen Soloselbstständigen und Kleinunternehmen bis maximal 50 Vollzeit-Beschäftigten beantragt werden, die auf Grund der Corona-Pandemie in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Dabei handelt es sich um einen Überbrückungskredit von 3.000 bis maximal 35.000 Euro zur kurzfristigen Abdeckung von Liquiditätsbedarfen für bestehende kleine Unternehmen und für Selbstständige, den die WIBank direkt vergibt. Die Presseinformation der WIBank vom 1. Februar 2021 finden Sie hier!

Hilfreiche Informationen liefert auch die Aufzeichnung des Online-Seminars Schnelles Geld für Unternehmer in der Corona-Krise: "Hessen Mikroliquidität" der IHK Wiesbaden.

KfW-Schnellkredit für den Mittelstand

Seit 9. November 2020 steht der KfW-Schnellkredit nun auch Soloselbständigen und Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten zur Verfügung. Das Programm wurde bis Ende Juni 2021 verlängert. 
Mit dem KfW-Schnellkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhalten Unternehmen, die durch die Corona-Krise in finanzielle Engpässe geraten, rasche Liquiditätshilfe. Der KfW-Schnellkredit finanziert laufende Betriebskosten oder Investitionen. Der Kredit wird zu 100  Prozent durch die KfW abgesichert, das erhöht die Chance, eine Kreditzusage durch die Hausbank zu erhalten. Eine Besicherung ist nicht erforderlich.
Das Wichtigste:
Antragstellung
- über die Hausbanken
Wer wird gefördert
- Unternehmen unabhängig von der Anzahl der Beschäftigten
Voraussetzungen
Die antragstellenden Unternehmen
- müssen seit mindestens 1. Januar 2019 am Markt aktiv gewesen sein,
- waren zum 31.12.2019 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und
- haben in 2019 oder im Durchschnitt der letzten 3 Jahre einen Gewinn erwirtschaftet.
Kredithöhe: bis zu 25% des Jahresumsatzes 2019
- Unternehmen von bis zu 10 Beschäftigten max. 300.000 Euro
- Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten max. 500.000 Euro
- Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten max. 800.000 Euro
Konditionen
- Zinssatz: 3% p.a.
- Laufzeit: 10 Jahre
- Rückzahlung: Tilgung in Raten, vorzeitige Rückzahlungen ohne Vorfälligkeitskosten
Das Programm ist befristet bis zum 30. Juni 2021. Informationen zum KfW-Schnellkredit

Weitere finanzielle Kreditförderprogramme

Einige der hessischen Förderprogramme können zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen eingesetzt werden, die aufgrund von Umsatzausfällen von Unternehmen wegen des Corona-Virus entstehen. Anträge können über die Hausbank gestellt werden.
  • Darlehensprogramm Kapital für Kleinunternehmen
    Über das  Förderprogramm Kapital für Kleinunternehmen (KfK) der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) können kleine Unternehmen im Bereich der gewerblichen Wirtschaft (einschließlich gewerblich tätiger Sozialunternehmen) und freiberuflich Tätige mit bis zu 25 Mitarbeitern und 5 Millionen Euro Jahresumsatz Darlehen zwischen 25.000 und 150.000 Euro erhalten, die von der Hausbank um mindestens 50 Prozent aufgestockt werden. Für dieses Förderdarlehen sind keine banküblichen Sicherheiten notwendig.
    Nähere Informationen zum Förderprogramm für Kleinunternehmen auf der Website der WIBank.
  • Darlehensprogramm Gründungs- und Wachstumsfinanzierung Hessen GUW
    Kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern und 50 Millionen Euro Umsatz können über das Förderprogramm Gründungs- und Wachstumsfinanzierung Hessen (GuW)  Betriebsmittelkredite bis 1 Millionen Euro erhalten. 
    Weitere Informationen zum Förderprogramm Gründungs- und Wachstumsfinanzierung Hessen erhalten Sie auf der Website der WIBank.
  • Darlehens Sonderprogramme der KfW
    Sie können über Ihre Hausbank Darlehen der KfW beantragen. Diese Darlehen sind zinsverbilligt und die Hausbank wird bis zu 90 % von der Haftung freigestellt.
    Weitere Informationen zu Krediten für Unternehmen finden Sie bei der KfW Bank.
  • Bürgschaften
    der hessischen Bürgschaftsbank bis 2,5 Mio. Euro (auf Grunde der aktuellen Lage wurde die Summe verdoppelt) mit einer Bürgschaftsquote von bis zu 80 Prozent. Diese bietet die Bürgschaftsbank Hessen in Zusammenarbeit mit dem Land Hessen an. Dazu zählen auch Express-Bürgschaften für Kredite bis zu 312.500 Euro, die mit einer Bürgschaftsquote von 80 Prozent besichert und bei Erfüllung aller Kriterien besonders schnell erteilt werden. Der Zugang zur Express-Bürgschaft wurde aktuell stark erleichtert.
    Weitere Infos und Ihren jeweiligen Ansprechpartner zum Thema Bürgschaften finden Sie hier.
  • Bürgschaften Landesbürgschaften
    Das Land Hessen übernimmt in besonderen Fällen Landesbürgschaften i. d. R. über 1,25 Mio. Euro. In Kooperation mit der Hausbank kann dadurch sowohl die Finanzierung von Investitionen als auch die finanzielle Überbrückung von Liquiditätsengpässen abgesichert werden.
    Weitere Informationen zu Landesbürgschaften

Unterstützung durch die Bank

Wenn Sie als Unternehmen (langfristige) Kreditverbindlichkeiten haben: Sprechen Sie mit ihrer Hausbank über die Möglichkeiten einer Tilgungsaussetzung für den Zeitraum der Krise. Überprüfen Sie in diesem Zusammenhang, ob die Zinskonditionen noch den aktuellen Marktgegebenheiten angemessen sind und sprechen Sie mit der Hausbank über die Möglichkeiten einer Umschuldung. Sprechen Sie mit Ihrem Betreuer bei der Bank über die Situation, damit er die reduzierten Kontobewegungen richtig interpretiert.

HessenFonds (Stille Beteiligung, Bürgschaften für Bankkredite)

Der HessenFonds sieht grundsätzlich zwei Stabilisierungsinstrumente und deren Kombinationsmöglichkeit vor:
  • Bürgschaften für Bankkredite (Bürgschaft ab 2,5 Mio. Euro)
  • Stille Beteiligungen (in der Regel bis 25 Mio. Euro).

Förderfähige Zielgruppe und Voraussetzungen der Förderung

Antragsberechtigt sind Unternehmen der Realwirtschaft, welche die Antragsvoraussetzungen erfüllen, sofern sie nicht schon Stabilisierungsmaßnahmen durch den Wirtschaftsstabilisierungsfonds erhalten haben.
Gefördert werden können Unternehmen mit Sitz oder wesentlichem Tätigkeitsschwerpunkt in Hessen, die im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr vor dem 1. Januar 2020 eine Bilanzsumme von mehr als 10 Mio. Euro ausweisen und zusätzlich Umsatzerlöse von mehr als 10 Mio. Euro und höchstens 50 Mio. Euro erwirtschaftet haben oder zwischen 50 und 249 Mitarbeitende beschäftigt haben oder Start-ups sind (unabhängig von den vorgenannten Größenkriterien), die seit dem 1. Januar 2017 in mindestens einer Finanzierungsrunde von privaten Kapitalgebern mit mindestens 5 Mio. Euro bewertet wurden (einschließlich des eingeworbenen Kapitals).  


Geltende Konditionen, Antragsfrist und Antragstellung

Neben einer Antragsgebühr trägt der Antragsteller die Verfahrenskosten. Weiterhin sind an laufenden Kosten  für Garantien jährliche Vergütungen und für stille Beteiligungen risikobasierte Zinszahlungen vorgesehen. Garantien können bis zum 30. Juni 2021 gewährt werden. Stille Beteiligungen können bis zum 30. September 2021 gewährt werden (Antragsschluss voraussichtlich im Juli 2021).
Anträge  sind bei der WIBank schriftlich zu stellen.
Antragsstellung und weitere Informationen finden Sie hier.

Steuerhilfen (Absenkung der Mehrwertsteuer, Steuerstundungen, Verlustrücktrag)

Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen

Der Koalitionsausschuss hat beschlossen, dass die Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie ab dem 1. Juli 2020 befristet bis zum 30. Juni 2021 auf den ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent gesenkt wird. Aufgrund der allgemeinen Absenkung der Mehrwertsteuer sinkt der Steuersatz bis zum 31. Dezember 2020 weiter auf 5 Prozent.
Weitere Informationen entnehmen Sie dem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen.

Stundung von Steuerzahlungen bei Ihrem Finanzamt

Steuerpflichtige, die durch die Corona-Krise unmittelbar und nicht unerhebliche wirtschaftliche Schäden erleiden (im Folgenden von der Corona-Krise Betroffene), können längstens bis zum 31. März 2021 Anträge auf eine - im Regelfall zinsfreie - Stundung von bereits fälligen oder bis zum 31. März 2021 fällig werdenden Steuern (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag und Umsatzsteuer) stellen. Die Steuern können im vereinfachten Verfahren längstens bis zum 30. Juni 2021 gestundet werden. Hierbei werden keine strengen Anforderungen an die Darstellung der Voraussetzungen für die Gewährung einer Stundung gestellt, wenn ein Bezug zur Corona-Krise erkennbar ist. Bitte beachten Sie, dass die Antragstellung bei fällig werdenden Steuern erst nach deren Festsetzung möglich ist. Eine Verlängerung der Stundung im vereinfachten Verfahren über den 30. Juni 2021 hinaus ist nur in Zusammenhang mit einer angemessenen, längstens bis zum 31. Dezember 2021 dauernden Ratenzahlungsvereinbarung möglich. Ratenzahlungen, die über den 31. Dezember 2021 hinausgehen, und Stundungen von Steuern, die nach dem 31. März 2021 fällig werden, sind von den Erleichterungen ausgenommen. Für diese gelten die allgemeinen Grundsätze und Nachweispflichten bei Stundungen. 
Des Weiteren können längstens bis zum 31. März 2021 vollstreckungsrechtliche Erleichterungen beantragt werden. Bei den von der Corona-Krise Betroffenen soll dann längstens bis zum 30. Juni 2021 von der Vollstreckung rückständiger oder bis zum 31. März 2021 fällig werdender Steuern (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer, Lohnsteuer und Umsatzsteuer) abgesehen werden (Vollstreckungsaufschub). In diesen Fällen können die zwischen dem 19. März 2020 und längstens dem 30. Juni 2021 kraft Gesetzes verwirkten Säumniszuschläge erlassen werden. Eine Verlängerung des Vollstreckungsaufschubs über den 30. Juni 2021 hinaus (einschließlich Erlass von Säumniszuschlägen) ist im vereinfachten Verfahren nur im Zusammenhang mit einer angemessenen, längstens bis zum 31. Dezember 2021 dauernden Ratenzahlungsvereinbarung möglich. Ratenzahlungen, die über den 31. Dezember 2021 hinausgehen, sind von den Erleichterungen ausgenommen.
Die Steuervorauszahlungen können auf Antrag durch das Finanzamt herabsetzt werden, wenn absehbar ist, dass aufgrund sinkender Umsätze die Gewinne durch die Corona-Krise deutlich geringer ausfallen als bisher angenommen. Dies betrifft die Herabsetzung von Vorauszahlungen der Einkommen- und Körperschaftsteuer (inkl. Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer) sowie die Herabsetzung des Gewerbesteuermessbetrags (für Zwecke der Gewerbesteuer-Vorauszahlung). Für die Herabsetzung von Vorauszahlungen ist grundsätzlich ein gesonderter Antrag erforderlich, der entsprechend zu begründen ist. Bei im laufenden Jahr wieder steigenden Einkünften ist zu beachten, dass es hierdurch unter Umständen zu einer höheren Abschlusszahlung kommen kann. Hierfür können die von den Finanzverwaltungen der Länder bereitgestellten Vordrucke genutzt werden, die die Antragsbearbeitung erleichtern und somit auch beschleunigen. Darüber hinaus sollen die Finanzämter bis zum 31. Dezember 2021 bei Steuerpflichtigen, die unmittelbar und nicht unerheblich von der Corona-Krise negativ wirtschaftlich betroffen sind, von der Festsetzung nachträglicher Steuervorauszahlungen absehen. Ist die Entwicklung der Einkünfte im Jahr 2021 jedoch positiver als erwartet, sollte der Steuerpflichtige dies dem Finanzamt mitteilen. In diesem Fall würden die Vorauszahlungen entsprechend angepasst werden. Dies vermeidet hohe Abschlusszahlungen für den Veranlagungszeitraum 2021.

Die digitalen Formulare der Finanzverwaltung finden Sie hier: ELSTER – alle Formulare
Weitere Informationen zum Thema Steuern liefert das Hessische Ministerium der Finanzen: FAQ – Steuern in Zeiten der Corona-Pandemie

Pauschalierte Herabsetzung bereits geleisteter Vorauszahlungen für 2019

Wenn Ihre Vorauszahlungen für 2020 auf null Euro herabgesetzt wurden, können die Vorauszahlungen zur Einkommen- oder Körperschaftsteuer für 2019 auf der Grundlage eines pauschal ermittelten Verlustrücktrags auf Antrag nachträglich herabgesetzt werden. Für Ihre bereits geleisteten Zahlungen entsteht in entsprechender Höhe ein Erstattungsanspruch. Die Finanzbehörden können die Vorauszahlungen für 2019 spätestens bis zum 31. März 2021 anpassen. Sofern die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft voraussichtlich überwiegen werden, ist eine Anpassung der Vorauszahlungen für 2019 spätestens bis zum 30. November 2021 möglich. Anpassungsanträge sollten daher rechtzeitig gestellt werden. Der pauschal ermittelte Verlustrücktrag aus 2020 beträgt 30 % des für den Veranlagungszeitraum 2019 zugrunde gelegten Gesamtbetrags der Einkünfte (ohne Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit) und max. 5 Millionen Euro beziehungsweise 10 Millionen Euro, wenn Sie zusammen veranlagt werden. Ihre Vorauszahlungen für 2019 werden auf dieser Grundlage neu berechnet. In Höhe der sich danach ergebenden Überzahlung haben Sie einen Erstattungsanspruch. Den Antrag zur nachträglichen Herabsetzung der Vorauszahlungen für 2019 aufgrund eines pauschal ermittelten Verlustrücktrags können Sie schriftlich oder elektronisch bei dem für Sie zuständigen Finanzamt stellen. Der Antrag kann auch gleichzeitig mit dem Antrag auf Herabsetzung der Vorauszahlungen für 2020 gestellt werden.

Unternehmenskrise und Insolvenz?

Mit dem "Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht" vom 27. März 2020 sollten weitere  Zahlungsschwierigkeiten insbesondere von Unternehmern verhindert und eingeschränkt werden, die durch die Corona-Pandemie und den Maßnahmen zu deren Bekämpfung entstanden sind.
Im Insolvenzrecht wurde die Insolvenzantragspflicht für Kapitalgesellschaften von 3 Wochen zunächst bis zum 30.09.2020 ausgesetzt. Unternehmen, die infolge der COVID-19 Pandemie insolvent geworden oder in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind, sollte Zeit gegeben werden, um die notwendigen Vorkehrungen zur Beseitigung der Insolvenzreife zu treffen, insbesondere um zu diesem Zweck staatliche Hilfen oder um Finanzierungs- und Sanierungshilfen in Anspruch zu nehmen. Für den Insolvenzgrund Überschuldung wurde die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 31.12.2020 verlängert. 
Die Insolvenzantragspflicht wegen Überschuldung soll für Kapitalgesellschaften nun bis 30.04.2021 ausgesetzt werden, wenn eine Beantragung staatlicher Hilfen zur Abmilderung der Pandemiefolgen aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht rechtzeitig möglich ist. Insbesondere soll verhindert werden, dass Firmen eine Insolvenz beantragen müssen, weil die November- und Dezemberhilfen wegen des Wellenbrecher-Lockdowns bis auf die Abschlagszahlungen wegen eines Softwareproblems verspätet ausbezahlt werden. 
Bisher war die Aussetzung daran geknüpft, dass der Schuldner zwischen dem 1. November und 31. Dezember 2020 einen Antrag auf staatliche Hilfen gestellt hat. Da die Hilfen teilweise wegen technischer und zu klärender beihilferechtlicher Probleme noch nicht beantragt werden können, drohte die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für diese Unternehmen ins Leere zu laufen.
Die Grunddrucksache vom Bundestag mit dem Gesetzeswortlaut finden Sie hier: https://www.bundesrat.de/SharedDocs/TO/998/tagesordnung-998.html