IHK-Regionalversammlung Marburg fordert schnellstmöglichen Weiterbau der A 49

10. Dezember 2019 – Die Regionalversammlung Marburg der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg fordert einen zügigen Weiterbau der beiden letzten Teilstücke der Autobahn 49.
Noch im August dieses Jahres sah der Zeitplan vor, dass im Jahr 2024 die A 49 bei Gemünden/Felda in die A 5 mündet. Um im Zeitplan zu bleiben, sollte der Abschluss der Bauvorbereitungen für die letzten beiden Bauabschnitte (Schwalmstadt bis Stadtallendorf und Stadtallendorf bis Ohmtal-Dreieck) im ersten Quartal 2020 erfolgen. Zu den Bauvorbereitungen gehörten auch umweltfachliche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sowie Baumfällungen. Für die zu rodende Waldfläche wurden umfangreiche Ersatzaufforstungen geplant. Doch nun scheint der Zeitplan gefährdet. Im Oktober sorgte die Nachricht des unter anderem für die Bauvorbereitung beauftragten Unternehmens DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH für Unruhe. Wegen noch nicht ausreichender Ausgleichsmaßnahmen solle vor Oktober 2020 kein Baum entlang der A 49 fallen.
Die gewählten Unternehmensvertreter der IHK Kassel-Marburg blicken besorgt auf diese Entwicklung. Seit vielen Jahren setzen sich die IHK Kassel-Marburg und regionale Unternehmen für den Autobahnbau ein. Durch den Ausbau rückt die Region Marburg näher an die dynamische Wirtschaftsregion Nordhessen, wodurch sich große Chancen für eine bessere Entwicklung der Region bieten.
„Die fertiggestellte A 49 wird die Region extrem aufwerten“, erklärt Peter Lather, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Marburg. Ansässige Unternehmen warteten schon lange auf dessen Inbetriebnahme. Teilweise seien im Vertrauen auf den zügigen Autobahnbau Investitionen in Millionenhöhe in den Unternehmen erfolgt, von denen Gesellschafter und Inhaber ohne die in Aussicht gestellte Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur abgesehen hätten. Standortverlagerungen - und damit sowohl ein Abbau von Arbeitsplätzen als auch eine Abnahme der Gewerbesteuereinnahmen der Kommunen - wären die Folgen gewesen.
Durch den schleppenden bzw. stockenden Weiterbau sind in den letzten Jahrzehnten Entwicklungschancen für die Region ungenutzt auf der Strecke geblieben, so Lather.
Wie Oskar Edelmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Kassel-Marburg, fordert, müssen die sich über Jahrzehnte erstreckenden Planungen nun auch zügig umgesetzt werden. Es stößt in der heimischen Wirtschaft nach wie vor auf Unverständnis, wie weit fortgeschritten Infrastrukturmaßnahmen in anderen Bereichen Hessens seien, im Vergleich zu dem zähen Vorankommen im Raum Marburg. Dies ist angesichts der guten Entwicklung der Region in den letzten Jahren besonders bedauerlich.
Wie wichtig der Streckenausbau für die Region ist, zeigen auch die Prognosen zur Verkehrsbelastung. Ab 2025 werden an Werktagen 33.000 bis 38.000 Fahrzeuge auf der A 49 erwartet. Der Anteil von Lastkraftwagen soll bei etwa 20 Prozent liegen. Die Ortsdurchfahrten würden vom zunehmenden Lkw-Verkehr entlastet. Die Strecken könnten schneller zu-rückgelegt, Kosten für Logistik gesenkt werden. Anwohnern, Touristen, Pendlern und Unternehmern bringt der zügige Streckenausbau Vorteile. Unternehmensseitig ist in Zeiten, in denen das Thema „Fachkräftesicherung“ auf der Agenda steht, eine gute Verkehrsanbindung unverzichtbar.