Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2020: Industrie meldet bessere Zahlen als erwartet

5. Januar 2020 – Die Stimmung der Wirtschaft in Nordhessen und Marburg hat sich zum Jahresanfang 2020 gegenüber der Herbstumfrage leicht verbessert. Die Unternehmen blicken nicht mehr so skeptisch in die Zukunft wie noch vor einigen Monaten. Das ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage unter rund 420 Unternehmen der IHK Kassel-Marburg. Der IHK-Konjunkturklimaindex, der die Stimmung der regionalen Wirtschaft wiedergibt, steigt auf 107,0 Punkte (Vorbericht 101,6 Punkte).
„Die aktuelle Geschäftslage ist stabil. 35 % der befragten Betriebe bewerten die aktuelle Lage als gut, rund 15 % Prozent beurteilen sie als schlecht. Der Blick in die Zukunft bleibt zwar getrübt, die Unternehmen sind jedoch nicht mehr so skeptisch wie in den Monaten zuvor. Das ist grundsätzlich eine gute Nachricht zu Beginn des neuen Jahres“, so Jörg Ludwig Jordan, Präsident der IHK Kassel-Marburg. 
„Die Belastungen im außenwirtschaftlichen Umfeld haben insbesondere im Industriesektor zu Schwierigkeiten geführt, die aktuell noch nicht überwunden sind. Die Teileinigung zwischen den USA und China und die Gewissheit über den EU-Austritt Großbritanniens haben die Unwägbarkeiten etwas abgemildert. Die Industrieunternehmen rechnen nun mit einem leicht ansteigenden Exportgeschäft. Für eine Entwarnung ist es aber zu früh“, meint Jordan. Die Wirtschaft bleibe für politische Unwägbarkeiten anfällig.
Die Beschäftigtenzahl dürfte sich laut den Planungen der Betriebe in den kommenden Monaten kaum verändern. 63,9 % der Betriebe gehen von einem gleichbleibenden Niveau aus.
Anders ist es bei den Investitionen, die zurückgehen dürften. 30,5 % der befragten Unternehmer (Vorquartal: 25,5 Prozent) planen, die Investitionsausgaben zu senken.
Der Fachkräftemangel bleibt auch in 2020 für mehr als die Hälfte der Unternehmen (53,1 %) eines der größten Geschäftsrisiken, wurde jedoch von den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als höchstes Risiko abgelöst. 57,6 % der Befragten sehen unter anderem in Bürokratieaufwand, Zinspolitik, CO2-Besteuerung, allgemeiner Steuerpolitik oder in der Zukunft der Mobilität ein Hemmnis für das eigene Unternehmen.
Die Exportabhängigkeit wird auch in 2020 ein Risikofaktor sein. Die private Konsum-nachfrage und die hohen Investitionen im Bausektor dürften Hauptquellen des Wachstums bleiben.
Das Wachstum dürfte sich laut IHK Kassel-Marburg in einer Range von 0,5 % und 1,0 % bewegen. Der DIHK geht von 0,5 % Wachstum aus, die Bundesregierung von 1,0 % und das DIW in Berlin von 1,4 %.
Der gesamte Konjunkturbericht ist unter www.ihk-kassel.de einsehbar. Hier gibt es detaillierte Auswertungen zu den einzelnen Branchen.