Acht Tipps, wie Unternehmen bei finanziellen Problemen reagieren können

1. Stellen Sie einen Antrag auf Herabsetzung der Vorauszahlungen bei Ihrem Finanzamt. Sprechen Sie hierzu mit Ihrem Steuerberater oder stellen Sie selbst den Antrag. Das hessische Finanzministerium hat die Finanzämter sensibilisiert, Anträge zügig zu prüfen. Die entsprechenden Formulare finden Sie unter www.elster.de im Bereich „Formulare und Leistungen“ in der Rubrik „Alle Formulare“.
Weitere Infos unter www.ihk-kassel.de/corona
2. Beantragen Sie die Stundung von Steuerzahlungen. Das hessische Finanzministerium hat die Finanzämter sensibilisiert, Stundungen zügig zu prüfen. Es will sich auch auf Bundesebene dafür verwenden, den Zinssatz für Stundungen zu verringern. Eine Übersicht der hessischen Finanzämter finden Sie unter https://finanzamt.hessen.de/Finanzaemter
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3. Informieren Sie sich über die finanziellen Förderprogramme. Einige der hessischen Förderprogramme können eingesetzt werden, um Liquiditätsengpässe zu überbrücken, die aufgrund von Umsatzausfällen von Unternehmen wegen des Corona-Virus entstehen. Sofern zur Überbrückung Kredite notwendig werden, vergibt diese die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) bzw. werden diese von der Bürgschaftsbank Hessen besichert. Zur Antragstellung muss die Hausbank oder eine andere durchleitende Bank eingeschaltet werden. Im Gespräch sind neue Förderprogramme, die direkt über die Förderbanken beantragt werden können. Auf den jeweiligen Internetseiten unter www.wibank.de/corona sowie www.bb-h.de finden Sie weiterführende Informationen sowie Ansprechpartner.
Für kleine Unternehmen aus dem gewerblichen Bereich und freiberuflich Tätige: Über das  Förderprogramm Kapital für Kleinunternehmen (KfK) der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) können kleine Unternehmen im Bereich der gewerblichen Wirtschaft (einschließlich gewerblich tätiger Sozialunternehmen) und freiberuflich Tätige mit bis zu 25 Mitarbeitern und 5 Millionen Euro Jahresumsatz Darlehen zwischen 25.000 und 150.000 Euro erhalten, die von der Hausbank um mindestens 50 Prozent aufgestockt werden. Für dieses Förderdarlehen sind keine banküblichen Sicherheiten notwendig.
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit bis zu 250 Mitarbeitern und 50 Millionen Euro Umsatz können über das Förderprogramm Gründungs- und Wachstumsfinanzierung Hessen (GuW) Betriebsmittelkredite bis 1 Millionen Euro erhalten.
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Auch der Bund hat einen Schutzschild für Betriebe und Unternehmen errichtet. Bestehende Förderprogramme der KfW wurden durch Haftungsfreistellungen und Erhöhung des Kreditvolumens bereits angepasst.
Achtung: Für Unternehmen, die krisenbedingt vorübergehend in ernsthaftere Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind und daher nicht ohne Weiteres Zugang zu den bestehenden Förderprogrammen haben, sollen zusätzliche Sonderprogramme für alle entsprechenden Unternehmen bei der KfW auflegt werden. Mehr Infos unter www.bmwi.de
4. Welche Bürgschaften kommen in Frage? Mit einer Bürgschaftsquote von bis zu 80 Prozent bietet die Bürgschaftsbank Hessen in Zusammenarbeit mit dem Land Hessen Bürgschaften bis 2,5 Millionen an. Hinzu kommen Express-Bürgschaften für Kredite bis zu 300.000 Euro sowie Landesbürgschaften in der Regel über 1,25 Millionen Euro speziell für den Mittelstand. www.bb-h.de.
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5. Stellen Sie einen Antrag auf Kurzarbeitergeld. Unter Kurzarbeit versteht man das vorübergehende Verkürzen oder Einstellen (“Kurzarbeit Null”) der betriebsüblichen normalen Arbeitszeit, die sich auf den gesamten Betrieb oder bestimmte organisatorisch abgrenzbare Teile eines Betriebes erstreckt. Kurzarbeitergeld kann Arbeitsplätze sichern und hilft, die Personalkosten zu reduzieren. Die Kurzarbeiterregelung wurde zielgerichtet angepasst. Dabei wurden erleichterte Zugangsvoraussetzungen für das Kurzarbeitergeld eingeführt, wie die Absenkung des Quorums der von Arbeitsausfall betroffenen Beschäftigten im Betrieb auf bis zu 10 %, der teilweise oder vollständige Verzicht auf Aufbau negativer Arbeitszeitsalden, Kurzarbeitergeld auch für Leiharbeitnehmer, sowie die vollständige Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge durch die Bundesagentur für Arbeit. Onlineanträge können gestellt werden unter https://www.arbeitsagentur.de/news/kurzarbeit-wegen-corona-Virus
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6. Bei Tätigkeitsverbot: Beantragen Sie eine Entschädigung beim Gesundheitsamt. Wird aufgrund des Infektionsschutzgesetzes eine Quarantäne für Selbstständige oder Arbeitnehmer angeordnet und kommt es deswegen zu einem Verdienstausfall, kann eine Entschädigung beim Gesundheitsamt beantragt werden. Auf dem Portal der Hessischen Verwaltung finden Sie Informationen rund um die Entschädigung (Verfahrensablauf, benötigte Unterlagen, Fristen, Voraussetzungen usw.): https://service.hessen.de/html/Infektionsschutz-Entschaedigung-bei-Taetigkeitsverbot-7023.htm
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7. Beantragen Sie die Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen. Ansprüche auf den Gesamtsozialversicherungsbeitrag können gestundet werden, wenn die sofortige Einziehung mit erheblichen Härten für das Unternehmen verbunden wäre und der Anspruch durch die Stundung nicht gefährdet wird. Die Stundung setzt einen entsprechenden Antrag des Unternehmens voraus, wobei das Vorliegen der jeweiligen Voraussetzungen zu belegen ist. Über den Antrag entscheidet die Krankenkasse als zuständige Einzugsstelle nach pflichtgemäßem Ermessen. Bitte wenden Sie sich direkt an Ihre Krankenkasse.
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8. Sprechen Sie mit Ihrer Versicherung. Sie haben eine Betriebsausfallversicherung? Sprechen Sie umgehend mit Ihrem Versicherungsmakler beziehungsweise Ihrem Versicherer, welche Anträge gestellt werden müssen und wie die Versicherung greift. Weitere Infos unter www.ihk-kassel.de/corona