Ergebnisse liegen vor: Umfrage zur Corona-Soforthilfe

23. April 2020 – Im Rahmen einer Umfrage der hessischen IHKs zur Nutzung der Soforthilfe und anderer Unterstützungsmaßnahmen durch hessische Betriebe, realisiert in der Zeit vom 15. bis zum 21. April, antworteten landesweit knapp 920 Unternehmen, in Nordhessen und dem Altkreis Marburg rund 115 Unternehmen.
76,3 Prozent der Betriebe, die geantwortet haben im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg, haben bislang die Corona-Soforthilfe des Landes Hessens beantragt beziehungsweise haben vor diese zu beantragen. 
„Wir haben damit gerechnet, dass die Soforthilfe auf eine große Nachfrage trifft. Gerade kleinere Unternehmen befinden sich in einer sehr schwierigen Situation: Sie sind oft auf Liquidität angewiesen“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Sybille von Obernitz. „Unser Wunsch war und ist, dass die Anträge unkompliziert gestellt werden können und die Hilfe die Unternehmen schnell erreicht.“ 70,1 Prozent der regionalen Betriebe geben an, dass sie keine Probleme bei der Antragstellung hatten. 67,2 Prozent haben bereits Geld erhalten. 
55 Prozent der antwortenden Unternehmen aus Nordhessen und dem Altkreis Marburg teilen mit, dass sie nur noch bis Ende Mai ohne Zuschüsse und Förderungen unternehmerisch überleben können – bis Ende Juni sind es 85 Prozent.
Hinsichtlich der Bekanntheit und Nutzung weiterer Finanzierungsinstrumente besteht noch ein Informationsbedarf. 28,1 Prozent kennen neben der Soforthilfe keine weiteren Förderprogramme. „Im Beirat der Wi-Bank haben alle Akteure heute besprochen, noch stärker zu den verschiedenen Programmen zu informieren, um die bestmöglichen Bedingungen für die betroffenen Unternehmen in dieser Krise zu schaffen“, sagt Sybille von Obernitz. 

Viele IHK-Mitarbeiter stehen für eine Beratung zu den Förderprogrammen zur Verfügung. Darüber hinaus hat die IHK eine Hotline zur Corona-Soforthilfe des Landes geschaltet: Unter der Telefonnummer 0561 7891-100 beraten IHK-Mitarbeiter bei Fragen rund um die Antragstellung. Die IHK hat zudem eine Übersicht der finanziellen Hilfen unter www.ihk-kassel.de/corona erstellt, die sie permanent aktualisiert.

Neben der Soforthilfe wurden die Unternehmen zur Inanspruchnahme weiterer Liquiditätshilfen befragt. Kurzarbeitergeld und Steuerstundung wurden bei Mehrfachantworten mit Abstand am häufigsten genannt.


Wissenswertes zur Umfrage:

Hintergrund
: Am 30. März 2020 ist das Soforthilfe-Programm des Landes angelaufen. Die Soforthilfe soll Unternehmen unterstützen, die aufgrund der Corona-Pandemie unverschuldet in eine existenzbedrohende Lage oder in massive Zahlungsschwierigkeiten geraten sind. Neben der Soforthilfe gibt es noch weitere finanzielle Förderprogramme, die Liquiditätsengpässe abfedern helfen sollen.

Thema: In der Umfrage haben Sie uns Ihre Erfahrungen zum Antragsprozess und der Nutzung der Soforthilfe sowie anderer Unterstützungsmaßnahmen durch hessische Betriebe mitgeteilt. Die Umfrageergebnisse werden nun zur Vertretung der Interessen der gewerblichen Wirtschaft gegenüber der Landespolitik verwendet.

Befragungszeitraum: 15. bis 21. April 2020

Befragte: Mitgliedsunternehmen der hessischen Industrie- und Handelskammern (IHKs).