23. Dezember 2020

Wie Auszubildende zu Energie-Scouts werden

In Zeiten des Green-Deal und der Energiewende steigt in vielen Unternehmen das Interesse, Energie effizienter zu nutzen und Einsparpotenziale zu heben. Dabei können Auszubildende helfen, die die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg in einem kostenlosen Workshop zu Energie-Scouts qualifiziert.  
Vier Unternehmen aus der Region haben nun sogenannte Energie-Scouts in ihren Mitarbeiterreihen: In diesem Jahr nutzten acht Auszubildende einen entsprechenden Workshop, den die IHK Kassel­-Marburg und die Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz kostenfrei angeboten hatten. 
Mithilfe von drei jeweils eintägigen Einheiten brachte Dr. Heiko Dunkelberg den jungen Nachwuchskräften aus technischen und kaufmännischen Berufen die Grundlagen der betrieblichen Energieeffizienz näher. Der Dozent und Innovationsmanager der Städtischen Werke Kassel vermittelte energetische Grundlagen, Energieeffizienz in Querschnittstechnologien sowie das Kommunizieren und Managen von Projekten. Ebenso standen Messtechniken und das techno-ökonomische Berechnen von Einsparungen auf dem Programm. „Selbst wenn bereits Einsparpotenziale in einem Unternehmen aufgedeckt worden sind, gibt es immer noch Stellschrauben, an denen gedreht werden kann“, stellt Dunkelberg klar. „Das haben unsere Energie-Scouts eindrucksvoll aufgezeigt.“
Die Weiterbildung sensibilisiert nicht nur für ein effektives Energiemanagement. Die Auszubildenden suchen in ihren Firmen nach konkreten Einsparpotenzialen, um daraus ein praktisches Energieeffizienzprojekt zu konzipieren und zu realisieren. Denn: Energie zählt in der Wirtschaft zu den größten Kostentreibern. Deshalb investieren immer mehr Betriebe zum Beispiel in Maßnahmen, die die Belegschaft zu einem sparsamen Umgang mit Ressourcen motivieren.
Die Projektideen der nordhessischen Energie­Scouts fächerten sich weit auf: Sie reichten vom Heben von Einsparpotenzialen bei Produktionsanlagen und Betriebsmitteln bis hin zum Aufbau eines klimafreundlichen Fuhrparks. Dabei stellten die Auszubildenden der Kasseler Unternehmen Hackländer und TARGOS Molecular Pathology sowie der Volkswagen AG und first energy aus Kaufungen auch die Kosten für entsprechende Investitionen den erwarteten Energiesparpotenzialen gegenüber. 
In einer virtuellen Abschlussveranstaltung stellten sie ihre Projekte vor. Die Hackländer-Azubis befassten sich mit der Idee, durch das Installieren einer Photovoltaikanlage sowohl Energie einzusparen als auch die eigenen CO2-Emissionen langfristig zu senken. Die Scouts der Volkswagen AG widmeten sich der Energieeffizienz in der Produktion am Beispiel der Standby-Optimierung des Maschinenparks. Dazu erfassten sie die Leistungsdaten einer CNC-Maschine, um Ein- und Ausschaltvorgänge effizienter zu gestalten. 
Das TARGOS-Team stellte sich der Frage, wie hoch der Stromverbrauch im Unternehmen ist und wie er sich verteilt. Sie untersuchten den Energieverbrauch unter anderem von PCs, Beleuchtung und Bildschirmen. Die Auszubildenden von first energy loteten die Potenziale eines klimafreundlichen Fuhrparks aus.
Nachdem eine Jury die Projekte bewertet hatte, erhielten die frischgebackenen Energie-Scouts eine Urkunde der IHK. Die Ergebnisse des Workshops werden vom Projektbüro Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz gesammelt und dokumentiert. Das Büro koordiniert diese Qualifizierungsmaßnahme bundesweit.     
Die nächste kostenfreie Fortbildung zu Energie-Scouts ist für 2021 angedacht. Interessierte wenden sich an Kai Asmuß: Tel. 0561 7891-201, E-Mail: asmuss@kassel.ihk.de