20. Januar 2021

Online-Seminar: Insolvenzrecht - Neues Sanierungsgesetz

Das neue Gesetz zur Fortentwicklung des Sanierungs- und Insolvenzrechts (SanInsFoG) ermöglicht es Unternehmen, sich auf der Grundlage eines von Gläubigern mehrheitlich angenommenen Restrukturierungsplans zu sanieren. Damit soll es Restrukturierungen insolvenzbedrohter Unternehmen außerhalb eines Insolvenzverfahrens vereinfachen.
Über die neuen Möglichkeiten informiert die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg in einem kostenlosen Online-Seminar am Donnerstag, 28. Januar, zwischen 16 und 18 Uhr. Referent ist Rechtsanwalt Jochen Rechtmann (Buchalik Brömmekamp Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Frankfurt a.M.). Eine vorherige Anmeldung ist bis Dienstag, 26. Januar, erforderlich unter www.ihk-kassel.de/veranstaltungen, die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Kernbestandteil des SanInsFoG ist die Einführung eines Gesetzes über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen (StaRUG). Anders als das Sanierungsrecht im jetzigen freien Verfahren ist das Restrukturierungsverfahren nicht mehr auf den Konsens aller Beteiligten angewiesen. „Dieses Gesetz wird für insolvenzbedrohte Unternehmen völlig neue Möglichkeiten schaffen, ihre Verbindlichkeiten auch gegen den Willen einzelner Gläubiger neu zu strukturieren“, sagt Jochen Rechtmann.
Es bietet also neben dem klassischen Insolvenzverfahren und den Möglichkeiten einer Insolvenz in Eigenverwaltung das sogenannte Schutzschirmverfahren, eine zusätzliche Option für den Schuldner. Zwingende Voraussetzung dafür ist, dass noch keine Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung eingetreten, sondern nur das Stadium einer drohenden Zahlungsunfähigkeit erreicht ist. Gleichzeitig wird das StaRUG aber auch neue Handlungspflichten und Haftungsrisiken für die Gesellschaftsorgane mit sich bringen. Denn die Geschäftsführung muss zukünftig bereits bei drohender Zahlungsunfähigkeit in erster Linie die Interessen der Gläubigergesamtheit wahren. Andernfalls haftet sie für Schäden.
  
Fragen zum Insolvenzrecht? Simone Kaiser-Dietrich hilft gern weiter: Tel. 0561 7891-390, E-Mail: kaiser-dietrich@kassel.ihk.de

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg übernimmt als Körperschaft des öffentlichen Rechts hoheitliche Aufgaben, unter anderem in der Aus- und Weiterbildung sowie beim Erstellen von Exportdokumenten. Ferner ist die IHK Dienstleister für Unternehmen, indem sie zum Beispiel kostenlos Einstiegsberatungen bei rechtlichen Fragen erteilt sowie kostenlos Jungunternehmer in spe rund um die Existenzgründung berät. Die IHK steht allen Unternehmen – klein oder groß – in jeder Phase ihrer Existenz mit Rat und Tat zur Seite, von der Gründung über die Turnaround-Beratung bis zur Nachfolge. Außerdem vertritt sie das Gesamtinteresse der regionalen Wirtschaft gegenüber der Politik.