Nr. 4858822
Bundesprogramm

Ausbildungsprämie 2020

Mit dem Bundesprogramm “Ausbildungsplätze sichern” sollen Ausbildungsbetriebe unterstützt werden, das Ausbildungsplatzangebot aufrecht zu erhalten. Im Einzelnen sollen dazu Ausbildungskapazitäten erhalten und ausgebaut, Kurzarbeit für Auszubildende vermieden, die Auftrags- und Verbundausbildung gefördert und Anreize zur Übernahme im Falle einer Insolvenz geschaffen werden.
Wichtiger Hinweis: Die Antragsstellung und Abwicklung läuft über die Agentur für Arbeit. Antragsberechtigt sind kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind.

Aktuelles

10.12.2020 | 19:11 Uhr
Die Bundesregierung erleichtert die Fördervoraussetzungen für die Ausbildungsprämien; zudem werden Übernahmeprämien und Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung bis Mitte 2021 verlängert. Die Änderungen treten am 11. Dezember in Kraft. Interessenten können die Förderung – auch rückwirkend zu den verbesserten Konditionen – bei den Agenturen für Arbeit beantragen. Weitere Informationen

30.10.2020 | 15:18 Uhr
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die neue Förderrichtlinie des Bundesprogramms "Ausbildungsplätze sichern" zur Förderung einer vorübergehenden Auftrags- und Verbundausbildung veröffentlicht.  Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) oder Ausbildungsdienstleister, wie beispielsweise überbetriebliche Berufsbildungsstätten, ist es seit Anfang November 2020 möglich, eine Prämie in Höhe von 4.000 Euro für Auftrags- oder Verbundausbildungen zu beantragen. Weitere Informationen

Welche Maßnahmen werden gefördert?

Das Hilfsprogramm für kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) umfasst insgesamt 500 Millionen Euro. Die Ausbildungsprämie soll dabei helfen, Ausbildungsplätze zu sichern, die durch die Corona-Pandemie bedroht sind.
Folgende Maßnahmen sollen gefördert werden:
  1. Ausbildungsprämie (Ausbildungsangebot fortführen): Ausbildende KMU, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren aufrechterhalten, werden mit einer Ausbildungsprämie gefördert. Sie erhalten für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 2.000 Euro (nach Abschluss der Probezeit).
  2. Ausbildungsprämie Plus (Ausbildungsangebot erhöhen): Ausbildende KMU, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöhen, erhalten für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 3.000 Euro (nach Abschluss der Probezeit).
  3. Vermeidung von Kurzarbeit: KMU, die trotz erheblichen Arbeitsausfalls (mindestens 50 Prozent) ihre Ausbildungsaktivitäten fortsetzen, werden mit 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat gefördert, in dem dies der Fall ist. Der Zuschuss zur Ausbildungsvergütung kann für die Monate August bis Juni 2021 beantragt werden.
  4. Auftrags- und Verbundausbildung: Wenn KMU die Ausbildung temporär nicht fortsetzen können, können andere KMU, Überbetriebliche Berufsbildungsstätten oder andere etablierte Ausbildungsdienstleister zeitlich befristet die Ausbildung übernehmen und dafür Förderung erhalten. Dies gilt, wenn der Geschäftsbetrieb des ursprünglich ausbildenden KMU vollständig oder zu wesentlichen Teilen pandemiebedingt von Schließungen oder erheblichen Auflagen betroffen ist, die eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebs maßgeblich behindern. Seit Anfang November 2020 ist es möglich, eine Prämie in Höhe von 4.000 Euro für Auftrags- oder Verbundausbildungen zu beantragen.
  5. Übernahmeprämie: KMU, die Auszubildende aus Corona-bedingt insolventen KMU bis zum Abschluss ihrer Ausbildung übernehmen, erhalten je Auszubildendem eine Prämie von 3.000 Euro. Dies gilt seit Mitte Dezember unabhängig von der Betriebsgröße.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Für alle fünf Maßnahmen gilt:
  • Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind solche mit bis zu 249 Beschäftigten. Als Beschäftigtenzahl wird die Zahl der Mitarbeiter/-innen in Vollzeitäquivalenten zum Stichtag 29. Februar 2020 zugrunde gelegt. Bei Ausbildungsverbünden werden die Beschäftigten der einzelnen KMU zusammen berücksichtigt.
  • Für die Förderung kommen KMU in Betracht, die eine Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen oder in den bundes- und landesrechtlich geregelten praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen durchführen. Praktika sind ausgeschlossen. Es wird nur eine Prämie pro Ausbildung gezahlt.
  • Neben diesen Förderungen sind keine Leistungen mit gleicher Zielrichtung oder gleichem Inhalt aus anderen Programmen des Bundes oder der Länder möglich. Das KMU entscheidet, welche Förderung es in Anspruch nehmen will.
Wenn Sie unsicher sind, ob Sie zu den KMU zählen, finden Sie hier eine Einordnung. Bei der Bestimmung der Betriebsgröße sind sämtliche Beschäftigte des Unternehmens, dem der Betrieb angehört, und, falls das Unternehmen einem Konzern angehört, die Zahl der Beschäftigten des Konzerns, zu berücksichtigen. Hinweise zur Berechnung finden Sie in der Förderrichtlinie unter 3.1.
Zu 1. und 2. Ausbildungsprämien (Ausbildungsangebot fortführen oder erhöhen)
Antragsberechtigt sind KMU, die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind. Voraussetzung für beide Prämien: Die Umsätze des Ausbildungsbetriebes müssen im Zeitraum April bis Dezember 2020
  • entweder in zwei Monaten durchschnittlich um mindestens 50 Prozent
  • oder in fünf zusammenhängenden Monaten durchschnittlich um mindestens 30 Prozent
unter dem Vorjahresniveau liegen. Bei KMU, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind statt der Monate April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich heranzuziehen. Zuvor hatten Betriebe Umsatzrückgänge von durchschnittlich mindestens 60 Prozent in April und Mai 2020 nachweisen müssen.
Die beiden Ausbildungsprämien können für Ausbildungsverhältnisse beantragt werden, die im Zeitraum 1. August 2020 bis 15. Februar 2021 beginnen. Durch eine Änderung der Förderrichtlinie werden nun auch Ausbildungsverhältnisse mit einbezogen, die vom 24. Juni 2020 bis zum 31.07.2020 begonnen haben (bisher zählten die Ausbildungsverhältnisse mit Beginn ab 01.08.2020). Die Ausbildungsprämie steht unter der Bedingung, dass das Ausbildungsverhältnis über die Probezeit hinaus fortbesteht.
Gefördert werden können nur die in Ziffer 2.5. der Förderrichtlinie genannten Ausbildungen (auch ausbildungsintegrierte Studiengänge). Umschulungen gehören nicht dazu. Beide Zuwendungen werden nach der erfolgreich abgeschlossenen Probezeit ausgezahlt.
Wie die Ausbildungsprämien beziehungsweise die Ausbildungsprämie plus ermittelt werden, können Sie anhand der Beispiele für die Berechnung der Ausbildungsprämie (plus) nachvollziehen.
Zu 3. Vermeidung von Kurzarbeit
Antragsberechtigt sind KMU, die ihre Auszubildenden sowie deren Ausbilder trotz Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im gesamten Betrieb, bedingt durch die COVID-19-Krise, nicht in Kurzarbeit bringen.
Zu 4. Auftrags- und Verbundausbildung (AzubiSharing)
Antragsberechtigt sind KMU aus allen Wirtschaftsbereichen, die Auszubildende aus anderen KMU im Rahmen der Auftrags- oder Verbundausbildung für mindestens sechs Monate im eigenen Betrieb ausbilden und über die hierfür notwendige Ausbildungseignung verfügen und ÜBS sowie andere etablierte Ausbildungsdienstleister, die Auszubildende aus KMU im Rahmen der Auftrags- oder Verbundausbildung für mindestens sechs Monate ausbilden.
Voraussetzung ist, dass die Ausbildung im Stammbetrieb nicht begonnen oder weitergeführt werden kann, weil dieser vollständig oder zu wesentlichen Teilen aufgrund der Corona-Pandemie von Schließungen oder erheblichen Einschränkungen betroffen ist.
Bei einer Auftragsausbildung werden einzelne Teile einer Ausbildung außerhalb des eigentlichen Ausbildungsbetriebes durchgeführt. In einer Verbundausbildung bilden Betriebe gemeinsam mit anderen Unternehmen oder Bildungsträgern Auszubildende aus.
Zu 5. Übernahmeprämie
Antragsberechtigt sind KMU aus allen Wirtschaftsbereichen, die Auszubildende aus pandemiebedingt insolventen KMU bis zum 31.12.2020 für die Dauer der restlichen Ausbildung übernehmen. Die Übernahmeprämie steht unter der Bedingung, dass das neu begründete Ausbildungsverhältnis über die Probezeit hinaus fortbesteht.
  • Voraussetzung beim insolventen Betrieb: Eine pandemiebedingte Insolvenz, das heißt, das Insolvenzverfahren wurde bis zum 30. Juni 2021 eröffnet und das Unternehmen war vor dem 31. Dezember 2019 gemäß EU-Definition nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten.
  • Voraussetzung beim Übernahme-Betrieb: Antragsberechtigt sind Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen, die Auszubildende aus pandemiebedingt insolventen Unternehmen bis zum 30. Juni 2021 für die Dauer der restlichen Ausbildung übernehmen.
Wichtig: Sie können eine Förderung mit der Übernahmeprämie für Ausbildungen erhalten, die zwischen 1. August und 30. Juni 2021 fortgesetzt werden.

Welche Fristen müssen beachtet werden?

Zu 1. und 2. Ausbildungsprämien:
Der Antrag ist spätestens drei Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit des jeweiligen Ausbildungsverhältnisses zu stellen. 

Wichtig: Es werden Ausbildungsverhältnisse gefördert, die im Zeitraum von 24.06.2020 bis 15.02.2021 beginnen.
Zu 3. Vermeidung von Kurzarbeit
Der Zuschuss zur Ausbildungsvergütung kann für die Monate August bis Dezember 2020 beantragt werden. Der Antrag auf Zuschuss ist rückwirkend für jeden Monat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Monaten zu stellen.
Diese Regelung, die ursprünglich nur bis Ende 2020 laufen sollte, wurde bis Juni 2021 verlängert.
Zu 4. Auftrags- und Verbundausbildung
Die Vereinbarung über die Auftrags- oder Verbundausbildung muss zwischen dem 24.06.2020 und dem Ablauf des 30.06.2021 geschlossen werden. Umgesetzt wird die Förderung von der Knappschaft Bahn-See. Anträge können dort bis zum 30.09.2021 unter der Internetseite www.kbs.de/bpa gestellt werden.
Zu 5. Übernahmeprämie: 
Die Übernahmeprämie wird für jeden Ausbildungsvertrag gewährt, der ab Inkrafttreten der Förderrichtlinie bis zum 31. Dezember 2020 zur unmittelbaren Fortführung der Berufsausbildung abgeschlossen wird. Der Antrag ist spätestens drei Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit des jeweiligen neu begründeten Ausbildungsverhältnisses zu stellen.

Wie lange gilt die Förderung?

Förderungen sollen für folgende Zeiträume möglich sein:
  • Zu 1. und 2. Ausbildungsprämien: 
    für das Ausbildungsjahr 2020/2021.
  • Zu 3. Vermeidung von Kurzarbeit:
    bis zum 31. Dezember 2020.
  • Zu 4. Auftrags- und Verbundausbildung: 
    bis zum 30. Juni 2021.
  • Zu 5. Übernahmeprämie: 
    bis zum 30. Juni 2021.
Die Förderrichtlinie erhalten Sie hier.

Wo kann ich einen Antrag stellen?

Ausbildungsprämie

Die Antragsbearbeitung, Beratung und Bewilligung der Zuwendungen erfolgt durch die zuständige Agentur für Arbeit.
Kontakt:
Den Arbeitgeber-Service erreichen Sie über das Kontaktformular oder telefonisch unter 0800 4 555520 (gebührenfrei).
Bestätigung der IHK
Bei der Antragstellung bei der Agentur für Arbeit ist eine Bescheinigung der IHK einzureichen. Bitte senden Sie uns ie ausgefüllte Bescheinigung zu, um sie durch die IHK-Ausbildungsberatung bestätigen zu lassen. Die Bestätigung der Bescheinigung kann nur durch Ihre regional zuständige IHK (IHK-Finder) erfolgen.

Antragsberechtigt sind kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind. Bitte beachten Sie die Förderrichtlinie
Die ausgefüllte Bescheinigung senden Sie bitte an:
Hinweise zur Berechnung der Ausbildungsprämie
Bei der Berechnung des Ausbildungsniveaus der Ausbildungsjahre 2017/18, 2018/19 und 2019/20, jeweils im Zeitraum vom 01.08. bis 31.07., werden alle neu beginnenden Ausbildungsverhältnisse (1. Ausbildungsjahr) berücksichtigt, bei denen die Probezeit erfolgreich abgeschlossen wurde.

Dazu zählen auch neu beginnende Ausbildungsverhältnisse im Rahmen der sogenannten Nachvermittlung, die zu einem späteren Zeitpunkt als dem regulären Ausbildungsbeginn starteten. In die Zählung nicht einbezogen werden eingetragene Ausbildungsverhältnisse, die vor dem Ausbildungsbeginn gelöst beziehungsweise nicht angetreten wurden.

Vermeidung von Kurzarbeit

Anträge für Auftrags- oder Verbundausbildung

Die Vereinbarung über die Auftrags- oder Verbundausbildung muss zwischen dem 24.06.2020 und dem Ablauf des 30.06.2021 geschlossen werden. Umgesetzt wird die Förderung von der Knappschaft Bahn-See. Anträge können dort bis zum 30.09.2021 gestellt werden. Unter der Website www.kbs.de/bpa finden Sie weiterführende Informationen zum Antragsverfahren, den Fördervoraussetzungen und zum Auskunftsservice.

Übernahmeprämie

Als übernehmender Betrieb benötigen Sie für den Antrag eine Bescheinigung vom Insolvenzverwalter des insolventen Unternehmens.
Um die Förderung zu erhalten, muss Ihr Unternehmen eine Erklärung zur Probezeit abgeben. Diese reichen Sie nach dem erfolgreichen Abschluss der Probezeit ein.

Antrag für IHK-Bescheinigung stellen