Was Firmen beim Beschäftigen von Schülern beachten müssen

28. Juni 2019 – Der besondere Arbeitsschutz für junge Menschen unter 18 Jahren ist im Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) und in der Kinderarbeitsschutzverordnung (KindArbSchV) geregelt. Da die Regelungen sehr detailliert sind, stellt das Team Recht der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg kurz vier zentrale Fragen vor.
Wer ist nach dem Gesetz Kind, wer Jugendlicher?
Kind im Sinne des JArbSchG ist, wer noch nicht 15 Jahre alt ist; Jugendlicher, wer den 15., aber noch nicht den 18. Geburtstag gefeiert hat. Auf Jugendliche, die der Vollzeitschulpflicht unterliegen, finden die für Kinder geltenden Vorschriften Anwendung.
Welche Tätigkeiten dürfen Kinder und Jugendliche ausüben?
Kinder ab dem 13. Geburtstag und Jugendliche, die noch der Vollzeitschulpflicht unterliegen, dürfen mit Einwilligung des Personensorgeberechtigten lediglich leichte und für sie geeignete Beschäftigungen ausüben – und das auch nur in einem zeitlich begrenzten Rahmen. Die zulässigen Tätigkeiten wurden in der KindArbSchV konkretisiert. Danach sind zum Beispiel Tätigkeiten in privaten und landwirtschaftlichen Haushalten erlaubt sowie das Austragen von Zeitungen, Anzeigenblättern und Werbeprospekten.
Was gilt in den Schulferien?
Während der Schulferien dürfen Jugendliche, die noch vollzeitschulpflichtig sind, für höchstens vier Wochen im Kalenderjahr arbeiten. Die Arbeitszeit darf dabei nicht mehr als acht Stunden täglich und nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich betragen. Die Arbeiten dürfen nicht unter die Aufzählung der verbotenen und gefährlichen und schweren Arbeiten des § 22 JArbSchG fallen. Grundsätzlich dürfen Jugendliche nur in der Zeit von 6 bis 20 Uhr beschäftigt werden. In zahlreichen Regelungen wurden allerdings Ausnahmen für die Beschäftigung von Jugendlichen im Alter von 16 beziehungsweise 17 Jahren an Samstagen sowie Sonn- und Feiertagen sowie während der Zeit ab 20 Uhr festgelegt.
Weitere Informationen: Zuständige Aufsichtsbehörden für die Einhaltung des JArbSchG sind in Hessen die Regierungspräsidien. Im Internet stellt das Hessische Ministerium für Soziales und Integration unter www.soziales-hessen.de die Broschüre „Kinder- und Jugendarbeitsschutz“ mit weiterführenden Informationen zur Verfügung.
Weitere Informationen rund um die Themen Wettbewerbs-, Wirtschafts-, Arbeits- und Internetrecht gibt es unter www.ihk-kassel.de im Bereich "Beratung und Service" sowie "Recht".  
Die IHK Kassel-Marburg vertritt nicht nur das Gesamtinteresse der regionalen Wirtschaft gegenüber der Politik. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts übernimmt sie vor allem hoheitliche Aufgaben, unter anderem in der Aus- und Weiterbildung sowie beim Erstellen von Exportdokumenten. Ferner ist die IHK Dienstleister für Unternehmen, indem sie zum Beispiel Einstiegsberatungen bei Rechtsfragen anbietet sowie kostenlos Jungunternehmer in spe rund um die Existenzgründung berät. Die IHK steht allen Unternehmen – klein oder groß – in jeder Phase ihrer Existenz mit Rat und Tat zur Seite, von der Gründung über die Turnaround-Beratung bis zur Nachfolge. Die IHK Kassel-Marburg gehört zu den größten Flächenkammern in Deutschland, in Hessen ist sie sogar die größte.