Der Gründungssaldo in der Region ist weiter positiv

15. November 2019 – Einen neuen Gründergeist wecken und mehr Gründungen hervorrufen: Das sind die Ziele der Gründungsoffensive „GO!“, die im Mittelpunkt der diesjährigen Gründerwoche Deutschland vom 18. bis zum 24. November steht. In Nordhessen und dem Altkreis Marburg ist der Gründungssaldo weiterhin positiv, teilt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg mit. Der Differenzbetrag zwischen Gewerbean- und abmeldungen beträgt 379 (2017: 442, weitere Informationen am Ende des Pressetextes). „Wir wollen das Feuer für das Unternehmertum gerade in jungen Menschen entfachen“, betont IHK-Vizepräsident Dr. Friedrich von Waitz. „Unser Wirtschaftsstandort benötigt für eine erfolgreiche Zukunft Menschen, die Lust auf Unternehmertum haben.“
Derzeit dämpft die positive Lage auf dem Arbeitsmarkt mit guten Beschäftigungschancen das Gründungsgeschehen – das Interesse, sich selbstständig zu machen, ebbt ab. Ein Trend, der sich auf Bundes- und Hessenebene widerspiegelt. „Besonders die gründungsaffinen Jahrgänge zwischen 25 und 45 Jahren schrumpfen“, berichtet Carsten Heustock, Teamleiter des Bereichs Standortpolitik und Unternehmensförderung bei der IHK. Ein Mangel, der auch bestehende Firmen bedroht: Einer wachsenden Zahl an aus Altersgründen übergabereifen Unternehmen stehen immer weniger Gründungsinteressierte gegenüber. „Findet ein Senior-Chef keinen Nachfolger, bedroht das die Existenz der Firma und damit auch von Arbeitsplätzen“, sagt Heustock. „Daher rückt immer mehr in den Fokus, die Unternehmensnachfolge zu sichern.“
Während die Gründungsberater der IHK Kassel-Marburg 2017 noch 1362 telefonische oder persönliche Auskünfte gaben, waren es im vergangenen Jahr 1231. Die persönlichen Beratungstermine gingen ebenfalls zurück, von 557 auf 501.
Regional betrachtet haben bei den telefonischen oder persönlichen Auskünften durch die IHK-Gründungsberater die beiden Oberzentren die Nase vorn: Stadt und Landkreis Kassel mit 674 (2017: 833) sowie Marburg mit 199 Kontakten (2017: 194). Es folgen die Landkreise Waldeck-Frankenberg (2018: 145 / 2017: 120), Hersfeld-Rotenburg (2018: 105 / 2017: 115), Schwalm-Eder (2018: 55 / 2017: 60) und Werra-Meißner (2018: 53 / 2017: 40).
Bei den persönlichen Beratungsgesprächen mit den IHK-Fachleuten zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. 145 Termine sind in Stadt und Landkreis Kassel vereinbart worden (2017: 220), 104 in Marburg (2017: 98). Auf Waldeck-Frankenberg entfielen 81 persönliche Treffen (2017: 72), dicht gefolgt von Hersfeld-Rotenburg mit 79 (2017: 73). Im Schwalm-Eder-Kreis lag der Wert bei 47 (2017: 52), in Werra-Meißner bei 45 (2017: 35). Alle Kommunen eint, dass die meisten Gründungsinteressierten sich mit weitem Abstand in den Dienstleistungsbranchen oder im Handel selbstständig machen wollen.
Auf dem Weg ins Unternehmertum unterstützen die Berater in den IHK-Servicezentren der Landkreise sowie in Kassel und Marburg Gründungsinteressierte: Sie sind eine wichtige Anlaufstelle für einen Start in die Selbstständigkeit. In Einzelgesprächen informieren und beraten sie, was beim Erstellen eines Business-Plans zu berücksichtigen ist, welche Rechtsform passend ist und ob Fördermittel genutzt werden können. Eine Übersicht der IHK-Gründungsberater gibt es unter www.ihk-kassel.de/gruendung
Parallel bietet die IHK ein breites Angebot an Sprechtagen und Informationsveranstaltungen an, beispielsweise zu den Themenfeldern „Steuern und Gewinnermittlung“, „Marketing und Vertrieb“ sowie Finanzierungssprechtage – diese kann jedermann kostenfrei nutzen. Eine Übersicht gibt es unter www.ihk-kassel.de im Bereich „Veranstaltungen“. Mithilfe von www.gruendungswerkstatt-hessen.de, einem kostenlosen Online-Tool zur Information, Qualifizierung und Beratung, unterstützen die IHKs und Handwerkskammern (HWKs) Gründer dabei, dass sie ihr Geschäftskonzept strukturiert erstellen können.
Damit Gründer Erfolgsgeschichten schreiben können, kann auch die Politik helfen. „Start-ups würden vor allem von einer deutlichen Vereinfachung bei Anträgen zur öffentlichen Förderung profitieren ebenso wie von einer weit weniger komplexen Besteuerung und noch leichterem Zugang zu Wagniskapital“, hält Dr. Friedrich von Waitz fest. Eine flächendeckende und leistungsfähige digitale Infrastruktur befördert Gründungen ebenfalls – und stärkt die ländlichen Regionen mit ihren Kommunen als Wirtschaftsstandort. „in Deutschland entstehen Innovationen in der Fläche“, verdeutlicht der IHK-Vizepräsident.
Entscheidend sei, das Thema Unternehmertum nachhaltig im Schulunterricht zu verankern. „Hier liegt der wichtigste Hebel für ein gedeihliches Gründungsklima, das wachstumsstarke und innovative Existenzgründungen hervorbringt“, sagt der IHK-Vizepräsident. „Damit würden wir heute die Grundlage dafür schaffen, unsere Region fit für Start-ups und den innovativen Mittelstand von morgen zu machen.“
Wie sich das Gründungsgeschehen auf Landesebene entwickelt hat, erfahren Sie unter http://www.hihk.de/servicemarken/presse/gruenderreport-hessen_2019/4571628
Der Gründungssaldo im Bezirk der IHK Kassel-Marburg: 379 (2017: 442)
Gewerbeanmeldung im Bezirk der IHK Kassel-Marburg: 8837 (2017: 9116)
Gewerbeabmeldung im Bezirk der IHK Kassel-Marburg: 8458 (2017: 8674) 
Die IHK Kassel-Marburg übernimmt als Körperschaft des öffentlichen Rechts hoheitliche Aufgaben, unter anderem in der Aus- und Weiterbildung sowie beim Erstellen von Exportdokumenten. Ferner ist die IHK Dienstleister für Unternehmen, indem sie zum Beispiel Einstiegsberatungen bei Rechtsfragen erteilt sowie kostenlos Jungunternehmer in spe rund um die Existenzgründung berät. Die IHK steht allen Unternehmen – klein oder groß – in jeder Phase ihrer Existenz mit Rat und Tat zur Seite, von der Gründung über die Turnaround-Beratung bis zur Nachfolge. Außerdem vertritt sie das Ge-samtinteresse der regionalen Wirtschaft gegenüber der Politik.