Vorsicht Falle! Offiziell aussehende Formulare können Betrugsmasche sein

27. Januar 2020 – Viele Unternehmer tappen jedes Jahr in eine Falle: Sie unterschreiben offiziell aussehende Formulare und schließen damit teure Verträge. Wer gerade die Eintragung ins Handelsregister veranlasst hat, ist besonders gefährdet: Er erhält Rechnungen zu einem „Registereintrag“. Aber auch Briefe, Faxe und/oder E-Mails mit offiziell klingenden Namen, in denen zur Kontrolle der Firmendaten auf ihre Richtigkeit aufgefordert wird, kommen häufig vor. Wie regionale Unternehmen Betrugsmaschen erkennen, erklärt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg. 
Wie können sich regionale Unternehmer schützen?
Seien Sie misstrauisch. Prüfen Sie genau, bevor Sie etwas unterschreiben oder Rechnungen überweisen. Lesen Sie auch das Kleingedruckte. Lassen Sie sich am Telefon auf nichts ein. Legen Sie ggf. auf, wenn auf einen Telefonmitschnitt hingewiesen wird. Warnen Sie Ihre Mitarbeiter vor Abzockemaschen, vor allem in der Urlaubszeit.
Wann sollten alle Alarmglocken schrillen?
  • Bei Begriffen wie „gebührenfrei“, „kostenlos“, „kostenfrei“, „Korrektur“, „Korrekturabzug“, „Offerte“.
  • Bei Formularen, die entweder keinen Absender angeben, der Firmensitz des Registerunternehmens im Ausland liegt oder die IBAN auf ein ausländisches Konto weist.
  • Bei offiziell klingenden Begriffen, z. B.: „Deutsche/s ...“, „...register“, „...zentrale“, „Handels...“, „Gewerbe...“, „Unternehmens...“, „...veröffentlichungen“.
  • Hoheitliche Insignien, beispielsweise Adler, Europasterne, Wappen, Flaggen.
Was tun, wenn Unternehmer doch unterschrieben haben?
Informieren Sie sich bei der IHK Kassel-Marburg, ob der Kläger dort bereits bekannt ist: Richard Straka aus dem Team Recht gibt Hinweise, wie Sie reagieren können (Tel. 0561 7891-315, E-Mail: straka@kassel.ihk.de). Fechten Sie den Vertrag an und kündigen Sie ihn zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Nur so verhindern Sie eine ungewollte automatische Vertragsverlängerung. Versenden Sie die Anfechtung und Kündigung per Einschreiben mit Rückschein.
Müssen Sie in jedem Fall bezahlen?
Die Rechtslage ist bei diesen Formularen nicht eindeutig. In den meisten Fällen werden die Drohungen mit Klagen nicht wahr gemacht. Es besteht nämlich das Risiko für den Versender, dass ein Gericht in dem betreffenden Formular eine Täuschung sieht und die Anfechtung für berechtigt hält. Insbesondere Formularbetrüger aus dem Ausland klagen in der Regel nicht. 
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg übernimmt als Körperschaft des öffentlichen Rechts hoheitliche Aufgaben, unter anderem in der Aus- und Weiterbildung sowie beim Erstellen von Exportdokumenten. Ferner ist die IHK Dienstleister für Unternehmen, indem sie zum Beispiel kostenlos Einstiegsberatungen bei rechtlichen Fragen erteilt sowie kostenlos Jungunternehmer in spe rund um die Existenzgründung berät. Die IHK steht allen Unternehmen – klein oder groß – in jeder Phase ihrer Existenz mit Rat und Tat zur Seite, von der Gründung über die Turnaround-Beratung bis zur Nachfolge. Außerdem vertritt sie das Gesamtinteresse der regionalen Wirtschaft gegenüber der Politik.