Strategiesitzung: IHK-Vorstand legt Agenda für Hersfeld-Rotenburg fest

16. März 2020 - Den Fachkräftebedarf sichern, die Digitalisierung vorantreiben sowie eine leistungsfähige Infrastruktur erhalten und ausbauen: Das sind die drei großen Themenfelder, mit denen sich die Regionalversammlung Hersfeld-Rotenburg der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg in den nächsten Jahren vorrangig beschäftigen möchte. Das hat der Vorstand des Unternehmergremiums bei einer Strategiesitzung Anfang März festgelegt. Unter dem Motto #GemeinsamFürDenStandort gilt es, die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Wirtschaften im Landkreis Hersfeld-Rotenburg zu unterstützen und voranzutreiben.
Geeignete Fach- und Führungskräfte zu gewinnen bleibt eine Herausforderung: Mehr als jedes zweite nordhessische Unternehmen sieht darin eines der größten Risiken für seine wirtschaftliche Entwicklung, wie der IHK-Konjunkturbericht vom Jahresbeginn ergeben hat. „Die Abwanderung junger, qualifizierter Menschen bei gleichzeitiger Überalterung der Gesellschaft kann für Unternehmen zum existenziellen Problem werden“, sagt die neue Leiterin des IHK-Servicezentrums Hersfeld-Rotenburg, Julia Kossack. Um Abhilfe zu schaffen, unterstützt die Regionalversammlung zahlreiche Projekte und Angebote im Landkreis, zum Beispiel die Ausbildungskampagne Azubi.Komm, einen MINT-Fachtag sowie den Studienstandort Technische Hochschule Mittelhessen (THM) im Kreis. Als kostenfreie strategische Planungsinstrumente empfiehlt Julia Kossack die Online-Werkzeuge www.demografierechner-hessen.de und www.fachkraefte-hessen.de, mit denen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) Altersstrukturen und erforderliche Nachbesetzungen bis 2030 ermitteln können. 
Darüber hinaus braucht die regionale Wirtschaft eine funktionierende Infrastruktur, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dies gilt einerseits für Straßen und Schienen. Andererseits steht der zügige Ausbau der Breitbandinfrastruktur ganz oben auf der Agenda – von der passiven Infrastruktur hin zu einem flächendeckend glasfaserbasierten Netz. Laut einer IHK-Umfrage zur Digitalisierung bewerten 85 Prozent der regionalen Firmen den Ausbau der Breitbandinfrastruktur mit einer mindestens hohen Priorität. „Das ist die Grundlage dafür, damit die regionale Wirtschaft den Wachstumstreiber Digitalisierung überhaupt in all seinen Facetten nutzen kann“, sagt Julia Kossack. Die Breitband Nordhessen GmbH habe dafür mit dem Ende 2019 abgeschlossenen Ausbau einen wichtigen Grundstein gelegt: „Nun heißt es, die nächsten Schritte in die Gigabitt-Gesellschaft zu gehen.“ Das hat auch IHK-Präsident Jörg Ludwig Jordan im vergangenen Monat bei einem Treffen mit der hessischen Ministerin für digitale Strategie und Entwicklung, Prof. Dr. Kristina Sinemus, verdeutlicht. Überdies hat die IHK Informationen zum digitalen Wandel - unter anderem zu neue Technologien, IT-Sicherheit und Förderprogrammen - unter www.ihk-kassel.de/digitalisierung zusammengestellt. 
Gemeinsam mit der neuen Leiterin des IHK-Servicezentrums wollen die ehrenamtlich engagierten Unternehmer aus Industrie, Handel und Dienstleistungen die Agenda im Landkreis forcieren: Ab sofort ist Julia Kossack das Gesicht der IHK vor Ort. Tobias Binder, der zuvor das Servicezentrum in Bad Hersfeld circa fünf Jahren geleitet hat, wechselt in seine Heimatstadt und seinen Lebensmittelpunkt Fulda, um eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen.
Mit Julia Kossack, die seit 2012 vor Ort in Bad Hersfeld tätig ist, gibt es einen nahtlosen Übergang. Die 33-Jährige ist in der Region aufgewachsen und lebt seit 2012 in Philippsthal. Ihre Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation hat sie bei der IHK Kassel-Marburg erfolgreich absolviert. Anschließend hat sie sich berufsbegleitend weitergebildet und 2014 ihre Prüfung zur Betriebswirtin an der Martin-Luther-King-Schule in Kassel abgelegt. Derzeit ist sie Geschäftsführerin der Wirtschaftsjunioren Hersfeld-Rotenburg und berät in Sachen Existenzgründung und Unternehmensführung im IHK-Servicezentrum.