Dritte DIHK-Blitzumfrage: Wirtschaft benötigt Durchhaltevermögen

14. Mai 2020 – „In der Corona-Krise können nach den von Ministerpräsident Bouffier bekannt gegebenen Lockerungen Unternehmen aus den besonders betroffenen Branchen, deren unternehmerisches Handeln bisher stark eingeschränkt oder gar verboten war, ein wenig aufatmen. Insbesondere die Tourismusbranche und die damit eng verbundene Gastronomie kann wieder planen. Die Wirtschaft wird sich dadurch langsam wiederbeleben und wir werden hoffentlich bald wieder höhere Besucherfrequenzen in den Innenstädten haben – einhergehend mit einer nachhaltig guten Entwicklung der Infektionszahlen“, sagt Sybille von Obernitz, Hauptgeschäftsführerin der IHK Kassel-Marburg. „Wir stellen aber in unserer aktuellen Blitzumfrage fest, dass die ökonomischen Auswirkungen der Corona-Pandemie kräftig waren und auch noch teilweise lang sein werden. Gleichwohl gibt es auch Unternehmen, die wenig bis gar nicht von der Corona-Krise betroffen sind. Das sollte uns ein Stück weit Mut für die Zukunft geben“, so von Obernitz.
Insgesamt haben 236 Unternehmen aus dem Bezirk der IHK Kassel-Marburg an der Umfrage teilgenommen. Stark vertreten war die Industrie mit 41 Betrieben.
11,1 Prozent der Betriebe in Nordhessen und Marburg arbeiten bereits wieder in oder über Vorkrisenauslastung. 34,1 Prozent rechnen gemäß der Umfrage mit einer Rückkehr zur Normalität ihrer Geschäfte im Jahresverlauf 2020, bis Ende 2021 prognostizieren dies 33,6 Prozent. Nur 9,3 Prozent gehen von einem schlechteren Szenario aus. 11,9 Prozent der befragten Unternehmen trauen sich aktuell keine Einschätzung zu.
Der IHK-Umfrage zufolge rechnen 78,4 Prozent der Betriebe für das gesamte Jahr mit einem Umsatzrückgang. „Wir sehen, dass die Betriebe einen enormen unternehmerischen Beitrag zur Gesundung der Wirtschaft leisten. 44 Prozent der Unternehmen setzen auf eine verstärkte Digitalisierung und 24 Prozent planen, das Geschäftskonzept auf andere Produkte und Kundengruppen umzustellen. Unsere Unternehmen packen an und legen teilweise neu los. Mit 65,4 Prozent möchte die Mehrzahl der Unternehmen das aktuelle Beschäftigungsniveau halten. Die Unternehmen übernehmen Verantwortung für sich und ihr Umfeld. Das hat unseren größten Respekt“, erläutert von Obernitz.
Besonders zugespitzt hat sich die Lage nach Auskunft der IHK für Reisebüros und die Gastronomie. Über alle Branchen hinweg sind 15,3 Prozent von der Insolvenz bedroht. „Die notwendigen Auflagen zum Gesundheitsschutz führen zu höheren Kosten und zu weniger Umsatz. Aus diesem Grund sollten weitere Belastungen vermieden werden. Gerade im Bereich des Bürokratieabbaus sollten deutliche Zeichen gesetzt werden.“, sagt von Obernitz.