Perfect Match: Die IHK-Ausbildungsoffensive

Um die Situation auf dem regionalen Ausbildungsmarkt zu stabilisieren, hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg ein umfangreiches Beratungs- und Informationsprogramm initiiert. Es trägt den Titel „Ausbildung 2020! Perfect Match #GemeinsamDurchstarten“.
Neben den 2700 Ausbildungsbetrieben in Nordhessen und dem Altkreis Marburg, die ihre normalerweise laufenden Akquiseaktionen zum Besetzen von Ausbildungsplätzen derzeit nicht in gewohnter Weise realisieren können, treffen die sehr eingeschränkten Berufsorientierungen insbesondere die Schüler der Abgangsklassen. 
„Unser primäres Ziel ist es, möglichst allen Jugendlichen, die einen Ausbildungsplatz suchen, ein Angebot unterbreiten zu können“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Sybille von Obernitz. Die dafür aufgestellte Kampagne „Ausbildung 2020! Perfect Match #GemeinsamDurchstarten“ schlägt einerseits eine Brücke zwischen Bewerbern und Betrieben und leistet andererseits Schulabgängern Hilfestellung bei der Berufsorientierung.
Für den Herbst/Winter 2020/2021 baut die berufliche Aus- und Weiterbildung ihr digitales Angebot stetig aus. Die Erfahrungen aus den eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten stehen dabei ebenso im Zentrum der Arbeit wie hochwertige Service-Angebote für Auszubildende oder Ausbildungsbetriebe. Einige solcher Themenveranstaltungen bietet die IHK in Form von einstündigen interaktiven Online-Treffpunkten an, die im neuen Jahr ihre Fortsetzung finden werden.

Aktuelle Online-Treffpunkte

Novellierte IT-Berufe am 20. Oktober 2020 um 15:00 Uhr
Die Vermittlung von Basis-Informationen über die neu geregelten IT-Berufe ist das Ziel dieses Grundlagen-Treffpunktes. Mit der Neuordnung der IT-Berufe wurde der Versuch unternommen, der sich rasch entwickelnden Spezialisierung in den bestehenden Berufsfeldern zu entsprechen und den Betrieben Spezialisten bereit zu stellen, die auf dem neuesten Stand der technologischen Entwicklung ausgebildet wurden. Dieser Online-Treffpunkt richtet sich an erfahrene und neue Ausbildungsbetriebe und ihr Ausbildungspersonal.
Einstieg als Ausbildungsbetrieb am 11. November 2020 um 15:00 Uhr
Corona hat es trotz aller Einschränkungen und Hindernisse noch einmal ans Licht gebracht: Professionelle und qualitativ hochwertige Ausbildung ist auch in schwierigen Zeiten möglich. Einsteigern in die Ausbildung fehlt es oft an den notwendigen Informationen und Hinweisen, wie Ausbildung organisiert werden muss, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um als Ausbildungsbetrieb zugelassen zu werden, und viele weitere Aspekte. Der Online-Treffpunkt zeigt den Weg Ausbildungsbetrieb zu werden auf und klärt offene Fragen.
Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge: Workshop Prüfungsvorbereitung für Ausbilder*innen am 1. Dezember um 14:30 Uhr
Herausforderung: Ausbilden ist immer eine große Verantwortung und Herausforderung. Gerade bei jungen Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund kommt zu den Hürden des Einfindens ins Berufsleben und der Doppelbelastung durch Betrieb und Berufsschule, noch die Fach- und Prüfungssprache hinzu. Häufig fehlt auch die Erfahrung mit einem auf Eigeninitiative und Selbständigkeit setzenden Schulsystem. In diesem Webinar erhalten Ausbilderinnen und Ausbilder Tipps wie Sie Auszubildende zum Lernen motivieren, Lerntechniken vermitteln und auf die Abschlussprüfung vorbereiten. Im zweiten Teil des Workshops besprechen wir beispielhafte Prüfungsaufgaben für verschiedene Ausbildungsfächer und vor allem die gefürchtete WISO-Prüfung.
Lehrer-Informationen (Terminfindung läuft noch)
Berufsorientierung ist bei der Vorbereitung junger Menschen aufs Berufsleben ein unverzichtbarer Bestandteil schulischer Wissensvermittlung. Wie aber können junge Menschen auf eine ihnen nur aus Praktika bekannte Berufswelt zielorientiert und praxistauglich vorbereitet werden? Was muss ein Bewerber um eine Ausbildungsstelle wissen und können, um sich erfolgreich für eine Ausbildung zu qualifizieren? Solche und viele weitere Aspekte stehen im Mittelpunkt dieses Online-Treffpunktes für Lehrer*Innen.
Grundlagen Bildungsrecht (Terminfindung läuft noch)
Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) ist für die im Zuständigkeitsbereich der IHKn aktiven Ausbildungsbetriebe die rechtliche Grundlage. Zum Beispiel auch für die Arbeit der IHK als sogenannte „zuständige Stelle.“ Welche Regelungen unverzichtbar und unumgänglich sind bei der Organisation eines gesetzeskonformen Ausbildungsprozesses ist Thema in diesem Grundlagen-Treffpunkt.

Berufsorientierungs-Hotline


Um gezielt zu beraten und zu vermitteln, richtet die IHK eine Berufsorientierungs-Hotline ein (Tel. 0561 7891-300), über die sich Eltern und Schüler Montag bis Donnerstag zwischen 9:00 und 17:00 Uhr und Freitag zwischen 9:00 und 15:00 Uhr beraten lassen können.

Ebenfalls melden können sich Unternehmen, denen es Probleme bereitet, Vertragsverhältnisse mit Auszubildenden aufrecht zu erhalten, oder die sich unsicher sind, ob sie in diesem Jahr ausbilden sollen.  

Flankierend können Lehrstellensuchende und Unternehmen unter www.ihk-lehrstellenboerse.de nach freien Ausbildungsplätzen recherchieren und Angebote einstellen. Die Online-Plattform bietet ebenfalls umfangreiche Informationen zu den verschiedenen Berufsbildern. Diese sind in Form von Steckbriefen angelegt und werden von Videos ergänzt. Selbst jene Jugendlichen, die sich noch nicht für einen Beruf entschieden haben, können mithilfe eines Talent-Checks prüfen, welche Angebote zu ihnen passen. Die Betriebe ihrerseits können abgleichen lassen, welche der Profile von Ausbildungssuchenden auf ihre Angebote ideal passen. Damit keine Information mehr verloren geht, können sich Bewerber und Betriebe per E-Mail auf dem Laufenden halten lassen, ob sich etwas Erfolgversprechendes auf ihrer Seite tut. Derzeit sind auf www.ihk-lehrstellenboerse.de knapp 500 Angebote aus Nordhessen und dem Altkreis Marburg eingestellt.      
„In Ausbildung zu investieren, ist für Unternehmen in der Regel der erfolgversprechendste Weg, um den Bedarf an Fachkräften passgenau sicherzustellen“, sagt Sybille von Obernitz. „Die Auszubildenden, die dieses Jahr nicht in das Berufsleben starten, fehlen in drei Jahren als Fachkräfte. Es gibt viele Unternehmen, die das im Blick haben.“