Vierte Blitzumfrage zur Corona-Krise zeigt leichte Stimmungsaufhellung

3. Juli 2020 – Die Wirtschaft in Nordhessen und dem Altkreis Marburg erholt sich langsam von ihrem starken Einbruch der vergangenen Monate. Das ist das Kernergebnis der vierten Blitzumfrage zur Corona-Krise, die die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg durchgeführt hat. „Ganz langsam können die Unternehmen wieder etwas Hoffnung schöpfen und der Abwärtstrend scheint zunächst beendet zu sein“, sagt IHK-Präsident Jörg Ludwig Jordan.
36,9 Prozent der Unternehmer im IHK-Bezirk rechnen in den kommenden Monaten mit einer rückläufigen Geschäftsentwicklung, 40,6 Prozent mit einer gleichbleibenden Lage und immerhin schon wieder 22,5 Prozent mit einer besseren Geschäftslage. „Im Vergleich zu den vorhergehenden Befragungen der letzten Monate ist diese Entwicklung erfreulich und es scheint langsam wieder nach oben zu gehen“, so der IHK-Präsident weiter.
15,7 Prozent der Unternehmen in Nordhessen und dem Altkreis Marburg arbeiten in oder über der Vorkrisenauslastung. 12,6 Prozent rechnen mit einer Erholung noch im laufenden Jahr, 40,3 Prozent gehen von einer Normalisierung im Verlauf des Jahres 2021 aus. 12 Prozent trauen sich keine Prognose zu. 19,5 Prozent sehen eine Erholung erst nach 2021 beziehungsweise keine Rückkehr zur Normalität.
Auswirkungen hat die COVID-19-Pandemie in erster Linie (bei Mehrfachnennungen) auf die Nachfrage (58,1 Prozent), die Investitionen (48,1 Prozent) und auf die Stornierung von Aufträgen durch Kunden (34,4 Prozent). Die Beschäftigungspläne der heimischen Betriebe zeigen sich relativ robust. 66,5 Prozent der Betriebe gehen von einem gleichbleibenden Beschäftigungsniveau aus. „Das ist ein erfreuliches Signal. Fast 45 Prozent der Unternehmen nutzen das Kurzarbeitergeld als stabilisierendes Instrumentarium“, erläutert Jörg Ludwig Jordan „Wenn die Erholung einsetzt, brauchen die Unternehmen ihre Fachkräfte dringend“.
Der IHK-Präsident warnt aber auch vor zu großer Euphorie: „Die Wirtschaft in Nordhessen und Marburg wird noch lange Zeit mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen haben. 36,9 Prozent der Betriebe berichten von Liquiditätsengpässen und 41,4 Prozent verzeichnen einen Eigenkapitalrückgang. Rund 16 Prozent gehen von zunehmenden Forderungsausfällen aus. Darüber hinaus müssen wir feststellen, dass einige Branchen immer noch überproportional leiden. Gastronomie, Veranstaltungswirtschaft und weiterhin große Teile des Handels sind noch von der Normalität entfernt. Auch die Reisewirtschaft meldet wenig Optimismus,“ ergänzt Jordan.
Insgesamt haben 170 Unternehmen an der Befragung teilgenommen.