Digital-Zuschuss: Regionale Firmen können sich bewerben

8. September 2020 – Die Digitalisierung bietet gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) Optionen, neue Produkte oder Geschäftsmodelle zu etablieren. Und eine Chance für effizientere Prozesse – sagt Reinhard Heerdt, Geschäftsführer des HERKULES­PRESSWERK. Der Niestetaler Betrieb mit 35 Mitarbeitern ist auf die Fertigung von Feinblechteilen und Schweißkonstruktionen spezialisiert. 
2019 hat Heerdt sich entschieden, in einen neuen leistungsfähigen Server zu investieren, um einen Prozess der Arbeitsvorbereitung zu digitalisieren und damit effizienter zu gestalten. Eine Investition, die er mithilfe des Digi-Zuschusses des Landes Hessen verwirklichen konnte. „Wir sind froh über die Unterstützung durch das Förderprogramm“, resümiert der Geschäftsführer.
Das Wirtschaftsministerium stellt rund sieben Millionen Euro als Digital-Zuschuss bereit. Davon profitieren KMU: Gefördert werden bis zu 50 Prozent der Kosten, maximal 10.000 Euro, für Sachinvestitionen und damit verbundene Schulungen. 
Dank neuem Server kann das Herkules-Team nun eine digitale Auftragsmappe anlegen, die es über Tablets aufruft und bearbeitet. So sind alle Fakten des Produktionsauftrags mit einem Klick sichtbar, bis hin zu technischen Zeichnungen. „Das löst den Papierordner ab“, sagt Heerdt. Für ihn ist es ein wichtiger Schritt zu einer noch leistungsfähigeren Produktion.
Auf die Förderung aufmerksam geworden sei er durch eine IHK-Veranstaltung. Und dass es schließlich geklappt hat, führt er auch auf einen entscheidenden Tipp eines Beraters der IHK Kassel-Marburg zurück: „Den Förderantrag punktgenau abzusenden, wenn der Fördertopf geöffnet wird. Wenig später war er erschöpft.“ Inzwischen wird das Portal für 24 Stunden geöffnet.
Drei Förderaufrufe gibt es pro Jahr. „Die Nachfrage ist groß, auch weil die Abwicklung einfach und schnell ist“, sagt Michael Dietzsch, Innovations- und Technologiereferent bei IHK Hessen innovativ. Ein Teil des Erfolgs: „Das Programm schließt eine Lücke, um in KMU die Digitalisierung anzustoßen. Klassische F&E-Förderungen beginnen erst bei Volumina ab 200.000 Euro.“ 
Die IHK weist darauf hin, dass der letzte Online-Förderaufruf in diesem Jahr am Dienstag, 15. September, ab 9 Uhr für 24 Stunden freigeschaltet wird. Unter www.wibank.de/digital-zuschuss in der Rubrik "Wo muss der Antrag gestellt werden?" ist eine Teilnahme möglich. Mittels eines rechtssicheren Zufallsverfahrens werden anschließend Bewerbungen ausgewählt und aufgefordert, einen Antrag zu stellen.
Reinhard Heerdt bestätigt das unkomplizierte Verfahren und auch, dass das Programm ein Impuls für seine Investition war – die auch fit macht, um im Wettbewerb um Industriekunden europaweit zu bestehen. 
Eine Übersicht über Beratungszuschüsse sowie weitere Zuschüsse zu Digitalisierungsinvestitionen oder Forschung und Entwicklung gibt es unter www.ihk-kassel.de/digitalisierung in der entsprechenden Rubrik. Weitere Fragen zu Digitalisierungsfördermitteln beantwortet IHK-Innovationsberater Michael Dietzsch: Tel. 0561 7891-284, E-Mail: dietzsch@kassel.ihk.de    
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg übernimmt als Körperschaft des öffentlichen Rechts hoheitliche Aufgaben, unter anderem in der Aus- und Weiterbildung sowie beim Erstellen von Exportdokumenten. Ferner ist die IHK Dienstleister für Unternehmen, indem sie zum Beispiel kostenlos Einstiegsberatungen bei rechtlichen Fragen erteilt sowie kostenlos Jungunternehmer in spe rund um die Existenzgründung berät. Die IHK steht allen Unternehmen – klein oder groß – in jeder Phase ihrer Existenz mit Rat und Tat zur Seite, von der Gründung über die Turnaround-Beratung bis zur Nachfolge. Außer-dem vertritt sie das Gesamtinteresse der regionalen Wirtschaft gegenüber der Politik.