Auftakt für neue Weiterbildung: Fachleute für Industrie 4.0

14. Oktober 2020 – Die Methoden und Technologien der Industrie 4.0 verstehen, einsetzen und bedienen: Die neue Aufstiegsfortbildung zur „Fachkraft für Produktionsorganisation IHK“ hilft Industrieunternehmen, die Innovationspotenziale der Digitalisierung für ihre Zwecke zu nutzen. 
Im Winter startet die zukunftsorientierte Qualifizierung in der Region: Die „Fachkraft für Produktionsorganisation IHK“ schließt die Lücke zwischen Ausbildungsabschlüssen auf der einen Seite und den sogenannten Meisterabschlüssen auf der anderen Seite. Die Fachschule für Technik Kassel (FTK) bringt als erster Anbieter in Nordhessen und dem Kreis Marburg die Weiterbildung an den Markt.   
„Der neue Abschluss geht auf den vielfältigen Wunsch der Betriebe zurück, sie bei der voranschreitenden Digitalisierung auch mit entsprechenden Bildungsangeboten zu unterstützen“, erläutert Dr. Thomas Fölsch, Bereichsleiter Aus- und Weiterbildung der IHK. Als es darum ging, die konkreten Inhalte zu vereinbaren, brachten Praktiker aus hiesigen Unternehmen ihr Fach- und Erfahrungswissen ein. „Auf eindrucksvolle Weise belegt dieser Prozess einmal mehr, was für ein großes Pfund die wirtschaftliche Selbstorganisation ist“, betont Fölsch. „Im Schulterschluss mit Unternehmen, Schulen und Gewerkschaften haben wir im IHK-Berufsbildungsausschuss eine Weiterbildung genehmigt, die passgenau auf die Erfordernisse des Betriebsalltags zugeschnitten ist.“     
Dass digitale Qualifikationsangebote für Mitarbeiter in der heimischen Wirtschaft auf großes Interesse stoßen, zeigen verschiedene Rückmeldungen, die die FTK erhalten hat. „Gerade für Industriebetriebe mit ihren modernen Produktions- und Entwicklungsbereichen ist diese neue Option äußerst spannend“, sagt FTK-Leiter Daniel Pfeil.       
Die Aufstiegsfortbildung hat einen Lernumfang von 460 Unterrichtsstunden und schließt mit einem nach dem Berufsbildungsgesetz anerkannten IHK-Abschluss ab. Sie richtet sich an Mitarbeiter, die sich zwar zusätzlich qualifizieren möchten, aber noch keinen Industriemeisterabschluss anstreben. Beispielsweise können junge Nachwuchskräfte direkt nach dem Ende ihrer gewerblich-technischen Ausbildung mit dieser Weiterbildung gleich die nächsten Schritte machen. Ebenfalls interessant ist sie für Mitarbeiter aus dem Maschinen-, Anlagen-, Fahrzeug- und Elektromaschinenbau, die sich darauf vorbereiten wollen, den digitalen Wandel in der Produktion umzusetzen. Der Kurs lässt sich sowohl in Vollzeit als auch berufsbegleitend absolvieren. 
Die Fortbildungsprüfung gliedert sich in eine schriftliche und mündliche Prüfung. Sie umfasst die fünf Handlungsbereiche
  • betriebswirtschaftliches Handeln, 
  • Anwenden von Methoden der Information, Kommunikation und Planung, 
  • Produktionsorganisation, 
  • Digitalisierung in der Produktion 
  • Mitarbeiterführung und Qualitätsmanagement. 
Die „Fachkraft für Produktionsorganisation IHK“ ist für weiterführende Fortbildungen durchlässig, das heißt bestimmte Prüfungsleistungen können angerechnet werden. „So profitieren nicht nur Unternehmen von dem erarbeiteten Digital­-Know-how“, hält Fölsch fest. „Für die erfolgreichen Absolventen eröffnen sich ebenfalls neue Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten.“ Auf dem Fundament ihrer Weiterbildungsinitiative „Haus der Bildung“ setze sich die IHK dafür ein, das neue Angebot in der Region zu verankern.   
Die Weiterbildung erfüllt darüber hinaus die Voraussetzungen des Aufstiegsfortbildungs-förderungsgesetzes (AFBG): Absolventen können bis zu 50 Prozent Zuschuss vom Staat erhalten. Darüber hinaus winkt ein Darlehnserlass für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren, nachdem alle Prüfungen bestanden sind. Somit ist eine Förderung von bis zu 64 Pro-zent möglich. Weitere Informationen sowie Antragsformulare gibt es unter www.aufstiegs-bafoeg.de       
Fragen zur neuen Weiterbildung? Über Zulassungsvoraussetzungen und mehr rund um den Abschluss zur „Fachkraft für Produktionsorganisation IHK“ informieren Dr. Roswitha Wöllenstein, Teamleiterin Prüfungen Weiterbildung bei der IHK, unter Tel. 0561 99898-30 oder E-Mail: woellenstein@kassel.ihk.de sowie Daniel Pfeil von der Fachschule für Technik: Tel. 0561 585076, E-Mail: d.pfeil@ftk-kassel.de 
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg übernimmt als Körperschaft des öffentlichen Rechts hoheitliche Aufgaben, unter anderem in der Aus- und Weiterbildung sowie beim Erstellen von Exportdokumenten. Ferner ist die IHK Dienstleister für Unternehmen, indem sie zum Beispiel kostenlos Einstiegsberatungen bei rechtlichen Fragen erteilt sowie kostenlos Jungunternehmer in spe rund um die Existenzgründung berät. Die IHK steht allen Unternehmen – klein oder groß – in jeder Phase ihrer Existenz mit Rat und Tat zur Seite, von der Gründung über die Turnaround-Beratung bis zur Nachfolge. Außerdem vertritt sie das Gesamtinteresse der regionalen Wirtschaft gegenüber der Politik.