8. Dezember 2020

Lückenschluss wie geplant beenden: A 49 wird die Region aufwerten

Im Sinne der Entwicklung des Wirtschaftsstandorts fordert die Regionalversammlung Marburg der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg alle Akteure auf, den Lückenschluss der A 49 in dem geplanten Zeitraum zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen – nicht zuletzt, da für diesen Baurecht besteht, er demokratisch legitimiert und gerichtlich bestätigt worden ist. 
Bereits vor einem Jahr hatten die gewählten Unternehmensvertreter ihre Forderung nach einem zügigen Weiterbau der beiden letzten Teilstücke der Autobahn 49 bekräftigt, um Mittel- und Nordhessen besser zu verbinden und damit beide Wirtschaftsregionen voran zu bringen.
„Durch den schleppenden beziehungsweise stockenden Weiterbau sind in den vergangenen Jahrzehnten Entwicklungschancen für die Region ungenutzt auf der Strecke geblieben“, bemängelt Peter Lather, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung und Geschäftsführer des Unternehmens Lather Kommunikation in Lohra-Damm. „Die fertiggestellte A 49 wird die Region extrem aufwerten.“         
Wie die IHK-Regionalversammlung betont, bringt eine schnelle Verkehrsverbindung zwischen Kassel und Gießen viele Vorteile. Für die Unternehmen bedeute die A 49 eine deutlich bessere Erreichbarkeit, eine bessere Anbindung und dadurch eine massive Verringerung von Transportzeiten und damit Kosten in der Logistik.
„Das betrifft nicht nur die Unternehmen direkt an der Autobahn wie in Stadtallendorf oder Kirchhain“, erklärt Lather. „Auch die kleinen und großen Betriebe in der direkten Umgebung profitieren, schließlich verkürzen viele Mitarbeiter ihre Pendlerwege.“                                                                                                
Die fertiggestellte A 49 trägt laut IHK-Regionalversammlung zu mehr Investitionen in bestehenden Unternehmen bei und sichert die Firmenstandorte in der Region.
Doch damit nicht genug, so Lather: „Die verbesserte Standortqualität macht unsere Region interessanter für gewerbliche Neuansiedlungen.“ Das schaffe Arbeitsplätze in Marburg-Biedenkopf und verbessere die Steuereinnahmen der Kommunen. Zugleich profitiere der benachbarte Landkreis Waldeck-Frankenberg, der ebenfalls schlecht an das Fernstraßennetz angebunden ist.         
Die A 49 besteht in weiten Teilen bereits seit Jahrzehnten, ein erstes Teilstück des Lückenschlusses bis zur A 5 bei Gemünden (Felda) ist bald fertiggestellt. Dessen ungeachtet betont das regionale Unternehmerparlament: Erst wenn auch die beiden letzten Abschnitte Schwalmstadt bis Stadtallendorf sowie Stadtallendorf bis zum Ohmtal-Dreieck durchgängig befahrbar sind – langwierige Planungen, alle gerichtlichen Ebenen sowie das Ausschreibungsverfahren zur Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP) haben sie bereits erfolgreich absolviert –, können die bisherigen Investitionen ihre volle Wirkung entfalten. Um die regionale Wirtschaftsstruktur durch den A 49-Lückenschluss als harten Standortfaktor zu verbessern, hat die IHK-Regionalversammlung im Frühsommer beschlossen, die Kampagne „JA 49“ finanziell zu unterstützen. 
Die vollständig ausgebaute A 49 kann zusätzliche Verkehrsströme sowohl im Personenverkehr als auch im Güterverkehr aufnehmen. Der Bedarf ist laut Prognosen zur Verkehrsbelastung gegeben: Ab 2025 werden an Werktagen 33.000 bis 38.000 Fahrzeuge auf der A 49 erwartet. Der Anteil von Lastkraftwagen soll bei etwa 20 Prozent liegen. Die Ortsdurchfahrten würden vom zunehmenden Lkw-Verkehr entlastet. Für die sehr stark frequentierten A 7 und A 5, die aufgrund der Topografie gerade für Lkw ungünstig sind, ergeben sich ebenfalls Entlastungseffekte, berichtet Udo Diehl, stellvertretender Vorsitzender der Regionalversammlung und Geschäftsführer des Unternehmens Udo Diehl Reisen GmbH & Co. KG in Wetter. 
Die A 49 wurde mit weit weniger Steigungen geplant.
„Die kürzere Verbindung führt nicht nur zu einer Verringerung der Transportkosten, sondern auch zu einer deutlichen Verringerung der CO²-Belastung sowie von anderen Schadstoffen“, betont der Unternehmer.
Die ebenfalls stark frequentierte Schiene biete keine realistische Alternative.
„Die Nord-Süd-ICE-Strecke lässt Güterverkehre nur in der Nacht zu“, teilt Diehl mit. „Auf der Main-Weser-Bahn ist die Auslastung durch die Überlagerung von Fernverkehrszügen mit Nahverkehr und Güterzügen sehr hoch, sodass weitere Gütermengen nur sehr begrenzt aufgenommen werden können.“
Zudem sind nur wenige Betriebe über einen Gleisanschluss erreichbar und können die großen Gütermengen liefern, die Verkehre auf der Schiene attraktiv machen. 
„An der Straße führt nach wie vor kein Weg vorbei“, resümiert der IHK-Regionalversammlungsvorsitzende Lather. „Auch nicht an der A 49.“