10. Dezember 2020

IHK-Vollversammlung fordert Fertigstellung des Lückenschlusses der A 49

Die Wirtschaft in Nordhessen und dem Kreis Marburg ist und bleibt von einer leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur abhängig: Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg hat in ihrer digitalen Dezember-Sitzung mit sehr großer Mehrheit erneut bekräftigt, wie wichtig es für die Entwicklung des Standorts ist, den Lückenschluss der A 49 fertigzustellen. Sie fordert alle Akteure auf, den Lückenschluss in dem geplanten Zeitraum zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen – nicht zuletzt, da für diesen Baurecht besteht, er demokratisch legitimiert und gerichtlich bestätigt worden ist. Gleiches hatten im Vorfeld bereits die IHK-Regionalversammlungen Marburg und Schwalm-Eder gefordert, die die Kampagne „JA 49“ finanziell unterstützen.
          
Wie die gewählten Unternehmensvertreter aus Industrie, Handel und Dienstleistungen betonen, bringt eine schnelle Verkehrsverbindung zwischen Kassel und dem Raum Marburg-Gießen viele Vorteile: Die Erreichbarkeit verbessert sich, Lieferverkehre und pendelnde Mitarbeiter sparen Fahrzeiten ein, Transportkosten sinken. In der Summe trage das zu mehr Investitionen in bestehenden Unternehmen bei und sichere die Firmenstandorte vor Ort. Zugleich steigere die verbesserte Standortqualität die Attraktivität der Region für gewerbliche Neuansiedlungen, welche mehr Arbeitsplätze und bessere Steuereinnahmen der Kommunen mit sich bringen.
Die A 49 besteht in weiten Teilen bereits seit Jahrzehnten, ein erstes Teilstück des Lückenschlusses bis zur A 5 bei Gemünden (Felda) ist bald fertiggestellt. Das Unternehmerparlament betont: Erst wenn auch die beiden letzten Abschnitte Schwalmstadt bis Stadtallendorf sowie Stadtallendorf bis Ohmtal-Dreieck durchgängig befahrbar sind – langwierige Planungen, alle gerichtlichen Ebenen sowie das Ausschreibungsverfahren zur Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP) haben sie bereits erfolgreich absolviert –, können die bisherigen Investitionen ihre volle Wirkung entfalten.      
Die vollständig ausgebaute A 49 kann zusätzliche Verkehrsströme sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr aufnehmen. Der Bedarf ist laut Bundesverkehrsministerium gegeben: Nach dessen Prognosen steigen die Volumina in den nächsten Jahren deutlich. Für die sehr stark frequentierten A 7 und A 5, die aufgrund der Topografie gerade für Lkw ungünstig sind, ergeben sich durch die mit weit weniger Steigungen geplante A 49 Entlastungseffekte. Durch die kürzere Verbindung verringern sich nicht nur die Transportkosten, sondern es fallen auch weniger CO2- und andere Schadstoff-Emissionen an. 
Die ebenfalls stark frequentierte Schiene bietet auf absehbare Zeit keine realistische Alternative für das Gros der Wirtschaftsverkehre. „Die Nord-Süd-ICE-Strecke lässt Güterverkehre nur in der Nacht zu“, teilt IHK-Standortpolitiker Ulrich Spengler mit. „Auf der Main-Weser-Bahn ist die Auslastung durch die Überlagerung von Fernverkehrszügen mit Nahverkehr und Güterzügen sehr hoch, sodass weitere Gütermengen nur sehr begrenzt aufgenommen werden können.“  Zudem sind nur wenige Betriebe über einen Gleisanschluss erreichbar und können die großen Gütermengen liefern, die Verkehre auf der Schiene attraktiv machen. Das zeigt: An der Straße führt derzeit kein Weg vorbei.
Wie eine Auswertung von 401 regionalen Antworten der Verkehrsumfrage der hessischen Industrie- und Handelskammern im vergangenen Jahr ergeben hat, hat eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur für 79 Prozent der regionalen Unternehmen eine hohe bis sehr hohe Bedeutung. Zugleich bleiben Hessens Straßen eine Baustelle: Drei von vier Firmen aus der Region fühlen sich durch den Zustand von Autobahn, Bundesstraße und Co. beeinträchtigt.  
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg übernimmt als Körperschaft des öffentlichen Rechts hoheitliche Aufgaben, unter anderem in der Aus- und Weiterbildung sowie beim Erstellen von Exportdokumenten. Ferner ist die IHK Dienstleister für Unternehmen, indem sie zum Beispiel kostenlos Einstiegsberatungen bei rechtlichen Fragen erteilt sowie kostenlos Jungunternehmer in spe rund um die Existenzgründung berät. Die IHK steht allen Unternehmen – klein oder groß – in jeder Phase ihrer Existenz mit Rat und Tat zur Seite, von der Gründung über die Turnaround-Beratung bis zur Nachfolge. Außerdem vertritt sie das Gesamtinteresse der regionalen Wirtschaft gegenüber der Politik