12. Februar 2021

IHK-Präsident Jordan äußert sich zu aktuellen Corona-Beschlüssen 

Der Bund-Länder-Gipfel hat ergeben, dass der bundesweite Lockdown vorerst bis zum 7. März verlängert wird. Eine Ausnahme: Friseure dürfen bereits am 1. März öffnen. Für die Wirtschaft fordert der Präsident der IHK Kassel-Marburg Jörg Ludwig Jordan einen verbindlichen Stufenplan und kreative Konzepte.
„Es fehlt leider immer noch ein konkreter Fahrplan für den Ausstieg aus dem harten Lockdown der Wirtschaft. Gerade für Gastronomie und Einzelhandel sind keine konkreten Perspektiven für eine Öffnung in Sicht. Branchenübergreifend spitzt sich die Finanz- und Liquiditätslage nach einer bundesweiten IHK-Umfrage vor allem bei kleinen und mittelständischen Betrieben zu. Die fortgesetzten Betriebsschließungen ohne baldige Perspektive sind zunehmend schwer vermittelbar. Es geht auch um Gleichbehandlung: Kleine spezialisierte Händler müssen schließen, große Lebensmittelmärkte dürfen verkaufen. Ich kann die erhöhte Infektionsgefahr im kleinen Einzelhandel wie einer Modeboutique im Vergleich zu einem Discounter wirklich nicht erkennen. Wir brauchen einen verbindlichen Stufenplan und kreative Konzepte. Es sind gezieltere Lösungen nötig als ein flächendeckender Lockdown. Hochfrequentes Testen, medizinische Masken, das Erfassen von Kontaktdaten, digitale Konzepte zur Kundensteuerung – all das dient dem Gesundheits- und Wirtschaftsschutz zugleich. Um es klar zu sagen: Für die Wirtschaft hat die Gesundheit von Kunden und Mitarbeitern höchste Priorität. Alle Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung sind von der Wirtschaft mit umfangreichen Hygienekonzepten, Kontaktbeschränkungen und weiteren Maßnahmen wie Homeoffice vorbildlich mitgetragen worden. Die regionalen Unternehmen erwarten jetzt, dass weitergehende Maßnahmen begründet, nachvollziehbar und verhältnismäßig im Rechtssinne sind und differenzierte Lockerungen avisiert werden. Die Unternehmen, ob groß ob klein, sind in diesen Zeiten gefordert sich auf die Situation insbesondere durch eine digitale Ausrichtung ihres Geschäftsmodells einzustellen. Darin können auch Chancen liegen wie etliche Beispiele zeigen.”